Als Ray Pye vor einem Toilettenhäuschen im Wald der nackten Lisa begegnet, ist er zunächst entzückt. Kurz nachdem er Lisa jedoch eng umschlungen mit ihrer Freundin sieht, wird Lisa erschossen und ihre Freundin Elise fällt durch eine Schussverletzung ins Koma. Vier Jahre später: Elise stirbt, und der Polizei ist längst klar, dass Ray Urheber der brutalen Morde war. Das Problem ist nur, dass die einzigen Augenzeugen eingeschüchtert schweigen. Aber der psychisch labile Ray wird, als er von der hübschen Katherine abgewiesen wird, zu neuen Untaten getrieben.
Laufzeit: 116 Minuten
Release-Datum 2006-03-11
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Ray Pye gibt den Ton an in seiner Jugendclique im ländlichen New Jersey und wäre gern ein starker Mann. Als er zwei Camperinnen tötet, die er für Lesben hält, helfen ihm eingeschüchterte Freunde, die Tat zu vertuschen. Jahre später ist sich die Polizei sicher, dass Ray der Mörder ist, kann jedoch nichts beweisen. Immer wieder aber übt sie Druck auf ihn aus, was nicht eben eine kühlende Wirkung auf Rays überhitztes Gemüt hat. Als die Mauer des Schweigens in der Clique zu bröckeln beginnt, eskaliert die Situation... "The Lost" ist mit Abstand einer der merkwürdigsten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Auf der einen Seite war er extrem highlightlos, aus einem anderen Blickwinkel betrachtet aber auch nicht. Die Story ist überschaubar und eigentlich sehen wir über 90 Minuten nur dem Hauptcharakter zu, wie er seinen ganzen Affären nachgeht. Und obwohl das alles nicht wirklich spannend ist, ist es zumindest so interessant, dass man weiterhin zuschaut. Merwürdig ist dann aber, wie der Film nach fast 2 Stunden aufhört und man sich eigentlich keine 2 Sekunden gelangweilt hat. Außer unseren Hauptcharakter gibt es keine nennenswerte, schauspielerischen Künste und auch wenn man bemüht war, diverse Protagonisten zu beleuchten, gelingt dies nicht immer. Besagter Hauptcharakter ist ein extrem schleimiger und widerlicher Zeitgenosse, der aber trotzdem durch sein Grinsen teilweise die Sympathien des Zuschauers einfangen kann. So zweifelhaft wie effektiv. Auch wenn der Film durch die ganzen Teenager-/ Kindermorde nicht wirklich familientauglich ist und Jack Ketchums Buchvorlage wirklich heftig ist wie mir zu Ohren kam, empfand ich den Film als nicht so extrem wie es "Evil" oder "The Woman" war. Das mag an der nicht wirklich graphischen Gewalt liegen, oder einfach daran, dass der ganze Handlungsverlauf in meinen Augen wirklich befremdlich war. Ich weiß nicht was ich an dem Film so merkwürdig fand, aber wahrscheinlich war das einfach die Abgebrühtheit des Protagonisten und die Normalität, welche er bei all seinen Taten an den Tag legt. The Lost ist im Prinzip ein interessanter, weil ungewöhnlicher Film. Der Hauptcharakter ist schmierig, merkwürdig und unberechenbar - genau daraus zieht der Film wahrscheinlich auch seine Faszination. Der "Amoklauf" am Ende ist recht derb dargestellt, aber Gore sieht man trotzdem fast keinen. Trotz seiner 2 Stunden wird der Streifen nie langweilig und wer durchhält, wird am Ende mit insgesamt 5 nackten Frauen und (fast schon) zuvielen Sexszenen "belohnt". Ein zweites Mal will ich "The Lost" zwar nicht sehen, aber trotzdem bekommt er eine leicht überdurschnittliche Punktzahl - einfach weil er insgesamt so ungewöhnlich und grotesk daherkommt...