Ghost Dog - Der Weg des Samurai


Ghost Dog - Der Weg des Samurai

Übersicht:

Ghost Dog lebt über der Welt – in einer selbstgebauten Hütte neben einem Taubenschlag auf dem Dach eines verlassenen Gebäudes. Er ist ein professioneller Killer und durchwandert, lautlos und ungesehen, die Stadt – wird eins mit der Nacht. Sein Leitfaden ist ein alter Verhaltenskodex der japanischen Kriegerkaste – der Samurai. Als sein Leben auf dramatische Weise von einer zerrütteten Mafiafamilie bedroht wird, die gelegentlich seine Dienste in Anspruch nimmt, reagiert er streng nach dem Kodex – dem Weg des Samurai ...

Stimmen 382 (7,2/10)

Laufzeit: 116 Minuten

Release-Datum 05.01.2000

True

Produktionsfirma:

  • Bac Films
  • Pandora Filmproduktion
  • Degeto Film
  • ARD
  • JVC Entertainment Networks
  • Canal+
  • Plywood Productions

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Krimi
  • Drama

Anhänger

Weitere Informationen

Ghost Dog
Forest Whitaker
Forest Whitaker
Sonny Valerio
Cliff Gorman
Cliff Gorman
Louise Vargo
Tricia Vessey
Tricia Vessey
Ray Vargo
Henry Silva
Henry Silva
Vinny
Victor Argo
Victor Argo
Joe Rags
Joseph Rigano
Joseph Rigano
Johnny Morini
Vince Viverito
Vince Viverito
Louie
John Tormey
John Tormey
Young Ghost Dog
Damon Whitaker
Damon Whitaker
Big Angie
Frank Minucci
Frank Minucci
Handsome Frank
Richard Portnow
Richard Portnow
Old Consigliere
Gene Ruffini
Gene Ruffini
Bodyguard
Frank Adonis
Frank Adonis
Samurai
RZA
RZA
Raymond
Isaach De Bankolé
Isaach De Bankolé
Mugger
Chuck Jeffreys
Chuck Jeffreys
Gangsta in Red
Gano Grills
Gano Grills
Gangsta in Red
Jamie Hector
Jamie Hector
Punk in Alley
Roberto Lopez
Roberto Lopez
Punk in Alley
Jerry Todisco
Jerry Todisco
Pearline
Camille Winbush
Camille Winbush
Nobody
Gary Farmer
Gary Farmer
Lefty
Jerry Sturiano
Jerry Sturiano
Al
Alfred Nittoli
Alfred Nittoli
Blonde with Jaguar
Sharon Angela
Sharon Angela
Director
Jim Jarmusch
Jim Jarmusch
Screenplay
Jim Jarmusch
Jim Jarmusch
Producer
Jim Jarmusch
Jim Jarmusch
Director of Photography
Robby Müller
Robby Müller
Editor
Jay Rabinowitz
Jay Rabinowitz
Production Design
Ted Berner
Ted Berner
Art Direction
Mario Ventenilla
Mario Ventenilla
Producer
Richard Guay
Richard Guay
Original Music Composer
RZA
RZA
Set Decoration
Ron von Blomberg
Ron von Blomberg
Costume Design
John Dunn
John Dunn
Makeup Artist
Judy Chin
Judy Chin
Sound Designer
Anthony J. Ciccolini III
Anthony J. Ciccolini III
Sound Effects Editor
Anthony J. Ciccolini III
Anthony J. Ciccolini III
Sound Mixer
Drew Kunin
Drew Kunin
Sound Effects Editor
Daniel Pagan
Daniel Pagan
Sound Re-Recording Mixer
Dominick Tavella
Dominick Tavella

Kalla Malla

»Ghost Dog« (Forest Whitaker) lebt das Leben eines Zen-Buddhisten. Äußerlich sieht er jedoch eher aus wie ein Rapper. Seitdem ihm der Mafioso Louie (John Tormey) das Leben gerettet hat, arbeitet Ghost Dog als Killer für ihn. Doch bei einem seiner Aufträge geht etwas schief: Er soll das in Ungnade gefallene Familienmitglied Handsome Frank (Richard Portnow) für Loui erledigen, doch die Tochter des Mafia-Bosses, Louise (Tricia Vessey), beobachtet ihn. Daraufhin gerät er selbst ins Visier der Mafia. Zunächst reagiert er gelassen, doch als sie seine Hütte niederbrennen, schwört er Rache und begibt sich auf einen Feldzug gegen Boss Vargo (Henry Silva)… Jim Jarmuschs farbiger Held »Ghost Dog«, von Forest Whitaker in einer grandiosen Mischung aus Lakonie und Schwermütigkeit gespielt, ist ein Mann mit vielen Facetten: Als Brieftaubenzüchter lebt er in einem Verschlag auf einem Flachdach irgendwo in einem industriedurchsetzten Vorort von New York, er ist Auftragskiller für die Mafia, befolgt aber gleichzeitig streng den Ehrenkodex der Samurai, wie er von Tsunetomo Yamamoto im »Hagakure« aufgeschrieben steht – ein Buch, aus dem im Film dann auch gerne und oft zitiert wird. Die einzigen Freunde des Einzelgängers sind ein haitianischer Eisverkäufer, der nur Französisch spricht, und ein kleines Mädchen, beides zufällige Parkbekanntschaften. Fernöstlicher Zenbuddhismus trifft auf New Yorker Großstadtleben trifft auf Rap- und Ghetto-Kultur trifft auf italienische Mafiatradition: Es ist viel, was Jarmusch in seinen Film hineinpackt, das hätte auch leicht ins Auge gehen können. Doch das Ergebnis ist ein beeindruckendes, bewegendes Drama geworden, eine fein gesponnene Tragikomödie, zusammengehalten nicht zuletzt durch den rhythmisch pulsierenden und dennoch melancholisch-ruhigen Soundtrack von Wu-Tang-Clan-Mitglied RZA (der auch einen kurzen Gastauftritt hat), fette, gemächliche Beats. Die Sympathien hat natürlich der zwar eiskalt mordende, aber Tiefgründigkeit ausstrahlende »Ghost Dog« auf seiner Seite, die Mafia-Mitglieder werden grotesk klischeehaft überzeichnet, ihr Ehrenkodex erscheint gegenüber der Zeitlosigkeit japanischer Weisheit überholt und überaltert. Jarmusch hat in »Ghost Dog« eine atmosphärisch verdichtete Parallelwelt mit skurrilen Figuren geschaffen, eine Liebeserklärung an den Individualismus – man denke etwa an den Bootsbauer auf dem Dach – und gleichzeitig an die Freundschaft, die Kultur- und Sprachbarrieren überwindet. Sein »Ghost Dog« ist ein komplexer, widersprüchlicher und zutiefst melancholischer Held, der sich in wiegender Gangart wie in Trance durch das moderne New York bewegt, die kleinen und großen Absurditäten um sich herum mit ruhiger Gelassenheit in sich aufnimmt und letztlich doch an der Strenge des selbstauferlegten Regelwerks zugrunde gehen muss. Es gibt also viel zu entdecken in »Ghost Dog«. Da lassen sich unter anderem einige versteckte Anspielungen an frühere Werke Jarmuschs oder der Darsteller finden. Ansonsten bleibt der für Jarmusch-Filme übliche weite Interpretationsraum, der den Film auch lange nach dem Sehen immer wieder ins Gespräch bringt. Die Schwächen von »Ghost Dog« sind deutlich leichter zu benennen als die Stärken, dennoch handelt es sich insgesamt um einen guten, charmanten Streifen. Ein letzten Endes ungewöhnliches, aber sehr interessantes Werk, das wohl eher den Arthaus-Fan als Freunde von Gangster- oder Kampfkunstfilmen anspricht.

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