French Connection - Brennpunkt Brooklyn


French Connection - Brennpunkt Brooklyn

Übersicht:

Regisseur William Friedkin vefilmte den Roman von Robin Moore als Action-Thriller und wurde damit zum Vorreiter eine Generation von Action-Produktionen im amerikanischen Kino. Der Film wurde bei den Oscar-Verleihungen in insgesamt fünf Kategorien ausgezeichnet, u.a. als Bester Film, Bestes Drehbuch und Beste Regie.

Stimmen 424 (7,4/10)

Laufzeit: 104 Minuten

Release-Datum 28.06.1974

True

Budget: $1,800,000.00

Umsatz: $41,158,757.00

Produktionsfirma:

  • Twentieth Century Fox Film Corporation
  • D'Antoni Productions
  • Schine-Moore Productions

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Action
  • Krimi
  • Thriller

Weitere Informationen

Det. Jimmy "Popeye" Doyle
Gene Hackman
Gene Hackman
Alain Charnier
Fernando Rey
Fernando Rey
Det. Buddy "Cloudy" Russo
Roy Scheider
Roy Scheider
Salvatora "Sal" Boca
Tony Lo Bianco
Tony Lo Bianco
Pierre Nicoli
Marcel Bozzuffi
Marcel Bozzuffi
Henri Devereaux
Frédéric de Pasquale
Frédéric de Pasquale
Bill Mulderig
Bill Hickman
Bill Hickman
Joel Weinstock
Harold Gary
Harold Gary
Angie Boca
Arlene Farber
Arlene Farber
Simonson
Eddie Egan
Eddie Egan
Klein
Sonny Grosso
Sonny Grosso
Director
William Friedkin
William Friedkin
Screenplay
Ernest Tidyman
Ernest Tidyman
Producer
Philip D'Antoni
Philip D'Antoni
Music
Don Ellis
Don Ellis
Director of Photography
Owen Roizman
Owen Roizman
Art Direction
Ben Kasazkow
Ben Kasazkow
Set Decoration
Edward Garzero
Edward Garzero
Editor
Gerald B. Greenberg
Gerald B. Greenberg
Sound
Chris Newman
Chris Newman
Executive Producer
G. David Schine
G. David Schine
Associate Producer
Kenneth Utt
Kenneth Utt
Costume Design
Joseph Fretwell III
Joseph Fretwell III
Makeup Artist
Irving Buchman
Irving Buchman
Assistant Director
Terence A. Donnelly
Terence A. Donnelly
Assistant Director
William C. Gerrity
William C. Gerrity
Special Effects
Sass Bedig
Sass Bedig
Stunt Coordinator
Bill Hickman
Bill Hickman
Script Supervisor
Nicholas Sgarro
Nicholas Sgarro
Book
Robin Moore
Robin Moore
Sound
Theodore Soderberg
Theodore Soderberg
Unit Production Manager
Paul Ganapoler
Paul Ganapoler
Casting
Robert Weiner
Robert Weiner

Kalla Malla

Zur gleichen Zeit wie »„Dirty Harry« erschienen, ebenfalls zum Klassiker avanciert und trotzdem völlig anders – das ist »French Connection«. Regisseur **William Friedkin** (»The Exorcist«, »The Hunted«) schuf einen Copthriller, der sich in seiner pessimistischen, trostlosen Einstellung ganz dem Realismus (basiert auf wahren Tatsachen) verschrieb und damit ein bis dato zu seltenes Bild von Großstadtpolizisten zeigte - die Kehrseite der Marke. Der Freund und Helfer ist längst nicht mehr der gesetzestreue Saubermann, der an die »Sache« glaubt, sondern dessen düsterer Schatten. Jimmy »Popeye« Doyle (**Gene Hackman**, »Superman«, »Unforgiven«) und Buddy »Cloudy« Russo (**Roy Scheider**, »Jaws«, »Blue Thunder«) sind zwei solche Exemplare. Ihre Verhaftungsquote ist die höchste des gesamten Dezernats und trotzdem erfüllt ihr Job sie nicht mit Stolz oder Genugtuung. Sie sind längst verroht - abgestumpft von der täglichen Gewalt, Kriminalität und Korruption. Popeye ist ein impulsiver, von rassistischen Vorurteilen geprägter Cop, der sich längst nicht mehr an die Regeln hält, Informationen über Prügel aus kleinen Fischen heraus holt, säuft, herumhurt und in seiner Obsession auch schon über Leichen – die von Kollegen – geht. Er ist ein Außenseiter in der Gesellschaft, längst vom Strudel der Großstadt verschluckt. Sein Ehrgeiz ist längst purem Hass gewichen. Hass auf alles Kriminelle, das sich ein Leben in Saus und Braus ergaunert hat. Wohingegen er als einfacher Cop am Existenzminimum nagt. Der jähzornige, ständig brodelnde und vor dem Ausbruch stehende Vulkan kann nur mit Mühe und Not von Cloudy im Griff gehalten werden. Was Cloudy an Entschlusskraft und Skrupellosigkeit fehlt, macht Doyle wieder wett. Was Doyle wiederum an Ruhe und Vernunft fehlt, macht der wesentlich abgeklärtere Russo wieder wett. Die beiden ergänzen sich und verstehen sich wohl deshalb auch so gut. Doch Doyles Methoden sind ansteckend und so kann sich Russo seinem Einfluss nicht ganz entziehen und tickt ab und zu auch aus... Ihr Instinkt verhilft ihnen auf die Spur eines internationalen Drogenrings, der aus Frankreich heraus operiert und nun den trocken liegenden amerikanischen Markt erobern will. Doyle und Russo sehen ihre große Chance endlich einen großen Fisch ins Netz zu bekommen, müssen sich aufgrund des Stellenwerts des Falls aber mit einem FBI-Duo arrangieren, das Doyle aufgrund früherer Vorfälle nicht sonderlich wohl gesonnen ist. Wie Friedkin hier Brooklyn, New York und seine arbeitenden Polizisten festhält, ist schlicht und einfach grandios. Dieser dampfende, heruntergekommene, schmutzige und unwirtliche Moloch ist ein kein Ort an dem man sein Leben verbringen möchte – vor allem während dieser klirrenden Winterkälte. Kameramann **Owen Roizman** (»Bullitt«, »Wyatt Earp«) findet einige entsprechende Motive: schmutzige Hinterhöfe, verwahrloste Gebäude, verfallene Straßenzüge. In der überlangen Observation müssen die draußen stehenden Cops sich mit Fastfood warm halten , während ihre Zielperson auf der gegenüber liegenden Straßenseite im feinsten Restaurant der Stadt speist. Eine beschissene Welt – that’s life. Friedkin inszeniert nüchtern und genügsam, lässt ganz die Bilder wirken. Eine einmalige Atmosphäre die hierbei geschaffen wird – nicht zuletzt dank des unüberhörbaren Straßenverkehrs. Doch nicht die klassische Polizeiarbeit ist es, die Resultate erbringt. Die nehmen sie auch nicht ernst genug. Bei Beschattungen lässt man sich austricksen oder verliert die Fahrzeuge im Straßendschungel der Stadt. Es sind die unkonventionellen Methoden Doyles, die hier ein Ergebnis erzwingen. Als man ihn töten will, verhaftet er seinen Killer nicht, sondern bringt ihn zur Strecke – setzt damit ein Zeichen. Dieses überlange Rennen zwischen Hochbahn und Auto ist im übrigen ein atemberaubender Höhepunkt. Genial inszeniert und von Bill Hackman (u. a. »Bullitt«, »Diamonds Are Forever«) koordiniert, erweist sich die Jagd nach dem Killer als minutenlanger Adrenalinkick voller genialer Autostunts und toller Kameraarbeit. Beide wissen, dass sie einen großen Fisch an der Angel haben – vielleicht einen, an dem sie sich verschlucken werden. Der Druck von oben wächst, die Fehlschläge häufen sich und schließlich sind Drogenhändler gewarnt und trotzdem geben die beiden nicht auf. Ob es sich rentieren wird, erfährt dann jeder mit den abschließenden Texttafeln. Zur Konfrontation kommt es jedenfalls, aber stellt sich auch der Erfolg ein? Einen Bärenanteil am Erfolg des Streifens haben die hier noch sehr jungen und in der deutschen Fassung leider nicht mit ihren bekannten Synchronstimmen ausgestatteten Gene Hackman und Roy Scheider. Beide gehen mit einer natürlichen Selbstverständlichkeit in ihren Rollen auf, als wären sie schon ihr ganzes Leben lang Cops. Es war seinerzeit für beide der Durchbruch und Start zu einer großen Karriere. Vor allem Gene Hackman darf stolz auf die hier von ihm gezeigte Leistung zurück blicken. Fazit: Desillusionierender, mehrfach prämierter Copthriller, der ganz nüchtern und realistisch eine andere Welt amerikanischer Großstädte wiedergibt. Machtlos gegenüber Drogen und Kriminalität müssen zwei längst Moral und Gewissen über Bord geworfene Cops alles geben, um an ihr Ziel zu gelangen. Mit seiner herunterziehenden Atmosphäre, der trostlosen Optik und seiner wohl dosierten, keinesfalls überzogenen Action ist »French Connection« ein zeitloser Klassiker. Sehenswert!

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