Johnny Aysgarth ist ein attraktiver Spieler und Playboy, der sich unter anderem dadurch über Wasser hält, dass er ständig seine Freunde anpumpt. Beim Versuch, mit einem Dritte-Klasse-Ticket in der ersten Zugklasse zu reisen, lernt er die schüchterne Lina McLaidlaw kennen, eine zukünftige Millionenerbin. Sie verliebt sich in ihn und heiratet ihn schließlich gegen den Willen ihrer Eltern. Während der Hochzeitsreise entdeckt Lina Aysgarths wahren Charakter und hat einen bösen Verdacht, als Johnnys Freund und Geschäftspartner Beaky auf mysteriöse Weise ermordet wird.
Laufzeit: 99 Minuten
Release-Datum 01.12.1946
TrueRelease-Datum 2002-12-03
TrueBudget: $1,103,000.00
Umsatz: $4,500,000.00
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Alfred Hitchcocks »Verdacht« (»Suspicion«) aus dem Jahre 1941 gehört zu den kleineren Werken des Meisters, ist aber beim Publikum nachhaltig beliebt und besitzt absolut zeitlose Schönheit und Überzeugungskraft. Erzählt wird die Geschichte der attraktiven, aber sehr behütet aufgewachsenen Lina (Joan Fontaine), die sich in den charmanten Taugenichts Johnnie (Cary Grant) verliebt. Doch kurz nach der spontanen Eheschließung kommen Lina Zweifel - nicht nur scheint Johnnie ehrliche Arbeit zu scheuen, er könnte vielleicht auch hinter ihrem Geld her sein. Oder ihrem Leben... Die Handlung ist simpel, Buch und Regie bauen aber kontinuierlich Spannung auf und erzeugen ein permanentes Gefühl der Unsicherheit - in der Heldin Fontaine wie auch im Zuschauer. Die Besetzung mit Cary Grant ist dabei Segen und Fluch gleichzeitig. Als charmanter Faulpelz ist er unwiderstehlich, einen geplanten Mord traut man ihm allerdings keine Sekunde zu. Darauf kommt es aber zum Glück nicht an, denn der Film erzählt alles aus Linas Sicht, es geht um ihre Zweifel, ihren Seelenzustand, ihre Ängste, während sie sich immer mehr in ihren Wahn hineinsteigert. Hitchcock wollte übrigens ein anderes Ende, in dem klar wird, dass Grant tatsächlich der Mörder ist. Das Studio protestierte und verlangte, dass sämtliche Anspielungen auf Grants vermeintlich böse Absichten entfernt würden, was laut Hitchcock zu einer Lauflänge von ca. 55 Minuten geführt hätte. Glücklicherweise sind die Anspielungen und Zweifel erhalten geblieben. Das nun offizielle Ende (welches hier nicht verraten werden soll) wurde von Hitchcock als enttäuschend empfunden, doch es bleibt wunderbar ambivalent. »Verdacht« ist darüber hinaus wunderschön fotografiert, Hitchcock setzt ein paar gekonnte Tricks ein (das böse Milchglas, welches Grant seiner Gattin serviert, leuchtet im Dunkeln), und die hinreißende Joan Fontaine trägt den Thriller mühelos. Joan Fontaine erhielt einen Oscar für ihre Darstellung in »Verdacht«, der allgemein als verspäteter Oscar für ihre grandiose Darstellung in »Rebecca« angesehen wurde - so oder so ist er hochverdient. Cary Grant spielt hier seine erste von vier Hitchcock-Rollen und ist der perfekte elegante und verschlagene Held mit Humor (Grant nennt Fontaine durchweg »Monkey Face«, was in der deutschen Synchronfassung mit »Mutziputzi« übersetzt wurde, vermutlich weil »Affengesicht« etwas uncharmant geklungen hätte... so etwas lässt man auch nur einem Cary Grant durchgehen). Die beiden lernen sich übrigens zu Beginn des Films im Zug kennen - was bei Hitchcock immer zu dramatischen (oder mörderischen) Verwicklungen führt. Fazit: Obwohl ein Hollywood-Projekt, wirkt »Verdacht« auch wegen seines köstlichen schwarzen Humors absolut britisch. »Verdacht« gehört nicht zu den großen Meisterwerken Hitchcocks, aber er ist ein kleiner, feiner Thriller, den man immer wieder genießen kann.