Verführung einer Fremden


Verführung einer Fremden

Übersicht:

Um den Mord an ihrer besten Freundin aufzuklären, ermittelt Ro undercover und loggt sich anonym in diverse Online-Kontaktbörsen ein. Dabei stößt sie bald auf einen Verdächtigen und verfängt sich immer tiefer in einschlägigen Dating-Foren und Chatrooms.

Stimmen 259 (5,5/10)

Laufzeit: 109 Minuten

Release-Datum 12.04.2007

True

Budget: $60,795,000.00

Umsatz: $73,090,611.00

Produktionsfirma:

  • Columbia Pictures
  • Revolution Studios

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Krimi
  • Drama
  • Mystery
  • Thriller

Anhänger

Weitere Informationen

Rowena Price
Halle Berry
Halle Berry
Harrison Hill
Bruce Willis
Bruce Willis
Miles Haley
Giovanni Ribisi
Giovanni Ribisi
Narron
Richard Portnow
Richard Portnow
Cameron
Gary Dourdan
Gary Dourdan
Lt. Tejada
Florencia Lozano
Florencia Lozano
Grace
Nicki Aycox
Nicki Aycox
Elizabeth Clayton
Kathleen Chalfant
Kathleen Chalfant
Senator Sachs
Gordon MacDonald
Gordon MacDonald
Josie
Daniella van Graas
Daniella van Graas
Mia Hill
Paula Miranda
Paula Miranda
Esmeralda
Patti D'Arbanville
Patti D'Arbanville
Bethany
Tamara Feldman
Tamara Feldman
Judge
Michael Tolan
Michael Tolan
Gina
Clea Lewis
Clea Lewis
Director
James Foley
James Foley
Screenplay
Todd Komarnicki
Todd Komarnicki
Screenplay
Jon Bokenkamp
Jon Bokenkamp
Producer
Elaine Goldsmith-Thomas
Elaine Goldsmith-Thomas
Original Music Composer
Antonio Pinto
Antonio Pinto
Director of Photography
Anastas N. Michos
Anastas N. Michos

Kalla Malla

Bei Wikipedia wird »Verführung einer Fremden« (»Perfect Stranger«) als »Neo-Noir Psychological Thriller Film« gelistet, was an sich schon lustig ist (»erotic« fehlt irgendwie noch zur Abrundung). Zwar tauchen hier unter den Charakteren einige Psychos auf - darunter jemand, von dem man es am wenigsten erwartet hätte - aber weder ist der Film sonderlich spannend noch psychologisch fesselnd, und was an ihm noir sein soll, bleibt ebenfalls unklar, da keine Film Noir-Elemente erkennbar sind, weder klassische noch moderne. So schön kann Marketing sein. Halle Berry spielt in »Verführung einer Fremden« eine schnippische Journalistin, die keine Angst vor hohen Tieren hat und so politisch korrekt agiert, dass man sie gleich übers Knie legen möchte. Diese rasende Reporterin trifft zufällig eine alte Freundin aus Kindheitstagen auf der Straße, die sich merkwürdig verhält und bald darauf mausetot ist. Da die Freundin vor ihrem Ableben unserer Halle noch brisantes Material über einen mächtigen Werbemanager - gespielt von Bruce Willis - in die Patschehand gedrückt hat, sollen wir annehmen, dass Willis vielleicht an ihrem Tod mitgewirkt haben könnte. Undercover schnüffelt Halle Berry nun als Aushilfe im roten Abendkleid in Willis' Werbefirma herum und kommt dem cholerischen Boss dabei näher als sie möchte... Nicht nur der Wikipedia-Eintrag, sondern auch der deutsche Titel ist dabei irreführend, da Frau Berry hier von absolut niemandem verführt wird. Zwar macht Bruce Willis ein paar zaghafte Anstalten, aber so richtig rum bekommt er sie nicht, weswegen der Film auch absolut sex- und jugendfrei bleibt, trotz seines Themas. Verführung einer Fremden möchte gern etwas über Internet-Dating, das Vorspielen falscher Tatsachen auf Internet-Portalen und die Einsamkeit von Großstädtern erzählen, die sich nie sicher sein können, ob der Typ, mit dem sie sich im Netz verabredet haben, vielleicht ein irrer Killer ist. Das weiß man übrigens ebenso wenig, wenn man jemanden auf klassische Weise in einer Bar aufgabelt (ich spreche hier aus eigener Erfahrung). Das ganze Internet-Gerede macht den Film etwas moderner, aber deswegen nicht brisanter, zumal Regisseur James Foley sein Thema ohnehin komplett aus den Augen verliert. Als Zuschauer weiß man weder, ob man um irgendwen Angst haben muss, oder wohin der Thriller überhaupt steuert. Man weiß nur, dass Giovanni Ribisi sich als Halle Berrys durchgeknallte rechte Hand die ganze Zeit so auffällig verdächtig benimmt, dass er unmöglich der Mörder sein kann. Zu den spannendsten Momenten gehört dann schon Berrys unerlaubter Download von irgendwelchen Daten aus Bruce Willis' Computer, bei dem Berry fast auffliegt, weil der Download sich (wie der Film) unendlich in die Länge zieht. Vermutlich benutzt Willis Windows Vista, man weiß es nicht. »Verführung einer Fremden« möchte Bruce Willis gern als zwielichtigen Verführer darstellen, der hinter seiner charmanten Schale vielleicht oder vielleicht auch nicht einen mörderischen Kern versteckt - à la Jeff Bridges in »Das Messer« (1985). Wenn Bruce Willis aber eines nicht kann, dann ist das Ambivalenz. Willis spielt entweder den Good Guy oder den Bösen, beides zusammen geht nicht. Und da man ihm hier einen Mord beim besten Willen nicht zutraut (zumal ihm dafür jede Motivation fehlt), wirkt der ganze Plot arg an den Haaren herbeigezogen. Stattdessen bietet »Verführung einer Fremden« ein paar Hochglanz-Einblicke in die schöne Welt der Werbung und kann so haufenweise attraktiver Damen vorbeiflanieren lassen, darunter auch Fräulein Heidi Klum in einer Gastrolle. Wenn das nichts ist (es ist nichts). Das Positivste, was man über den Film sagen kann, ist, dass Halle Berry im roten Abendkleid spektakulär gut aussieht. Giovanni Ribisi fällt bei ihrem Anblick fast vom Stuhl und beginnt augenblicklich zu sabbern, aber Halle reagiert auf dieses »Kompliment« nur mit einem sympathischen »Ach, hör doch auf«-Lachen. Ja, solche Frauen lieben wir doch alle, die von vorne bis hinten perfekt sind, aber das selbst gar nicht glauben wollen - die rangieren auf einer Stufe mit den dürren Biestern, die jedem erklären, dass sie essen und essen, aber einfach nicht zunehmen. Die armen Dinger. Für die Zuschauer, die noch nicht eingeschlafen sind, präsentiert James Foley am Ende dann eine überraschende Auflösung, die - das sei ihm zugestanden - tatsächlich überraschend kommt und alles Vorangegangene auf den Kopf stellt. Ich habe sie jedenfalls nicht kommen sehen (es war mir ehrlich gesagt auch egal). Ich könnte mir vorstellen, dass so einige Szenen beim zweiten Sehen mit dem Wissen um die Auflösung herzlich wenig Sinn ergeben, aber ich hatte leider gar keine Lust, mir den Film deswegen ein weiteres Mal anzutun. Was beweist, dass ein paar hochkarätige Darsteller, ein originelles Titeldesign und ein düsterer Score (der noch das Beste am Film ist) eben nicht für einen nervenzerrenden, sexy Thriller ausreichen. Verführung einer Fremden ist ganz nett, wenn man gar nichts erwartet, aber man hat absolut nichts verpasst, wenn man ihn ignoriert - was übrigens die meisten Kinozuschauer getan haben.

Michael

Große Namen, durchschnittlicher Film. Diese Feststellung passt perfekt auf „Verführung einer Fremden“. Zwar weiß der Film durchaus so etwas wie Spannung zu erzeugen, doch zieht sich der Streife zeitweise wie Kaugummi. Irgendwie will die Story manchmal so gar nicht vorwärts kommen und auch manchen Dialog hätte man sich sparen können. Hält man als Zuschauer tapfer bis zum Ende durch, wird man mit einem gelungenen Finale belohnt. Dies kann unerfahrenere Cineasten durchaus überraschen und lässt es auch in den Augen der Massengucker nicht allzu vorhersehbar erscheinen. „Verführung einer Fremden“ ist ansehbare Filmkost, die einen verregneten Abend retten kann. [Sneakfilm.de]

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