Tanz der Vampire


Tanz der Vampire

Übersicht:

Nachdem er wegen seiner umstrittenen Theorien zum Thema "Vampirismus" seinen Lehrstuhl an der Universität Königsberg verloren hat, reist der Vampirexperte Professor Ambronsius gemeinsam mit seinem Assistenten Alfred nach Transsylvanien, um Beweise für die Existenz blutsaugender Untoter zu sammeln und seinen Ruf wieder herzustellen. Schon bald finden die beiden Abenteurer in einem Gasthaus Hinweise auf Vampire in der Umgebung: Knoblauchgirlanden an den Wänden! Der Wirt Shagal versucht, die alarmierten Gäste davon zu überzeugen, dass es keine Vampire gäbe, doch schon bald entdecken diese die Existenz des Vampirfürsten Krolock Der hat es sich zum Ziel gesetzt, die schöne Wirtstochter Sarah zu seiner Gefährtin für die Ewigkeit zu machen....

Stimmen 179 (6,9/10)

Laufzeit: 108 Minuten

Release-Datum 01.12.1967

True

Budget: $2,000,000.00

Tagline: Du weisst nicht, was dich gebissen hat ... aber du wirst es lieben!

Produktionsfirma:

  • Filmways Pictures
  • Cadre Films
  • Metro-Goldwyn-Mayer (MGM)

Produktionsland:

  • United Kingdom
  • United States of America

Genres:

  • Komödie
  • Horror

Anhänger

Weitere Informationen

Professor Abronsius
Jack MacGowran
Jack MacGowran
Alfred, the Professor Assistant
Roman Polanski
Roman Polanski
Sarah Shagal
Sharon Tate
Sharon Tate
Count von Krolock
Ferdy Mayne
Ferdy Mayne
Herbert von Krolock
Iain Quarrier
Iain Quarrier
Shagal
Alfie Bass
Alfie Bass
Magda, the Maid
Fiona Lewis
Fiona Lewis
Rebecca Shagal
Jessie Robins
Jessie Robins
Sleigh Driver
Sydney Bromley
Sydney Bromley
Koukol, the Servant
Terry Downes
Terry Downes
Village Idiot
Ronald Lacey
Ronald Lacey
Director
Roman Polanski
Roman Polanski
Screenplay
Roman Polanski
Roman Polanski
Screenplay
Gérard Brach
Gérard Brach
Producer
Gene Gutowski
Gene Gutowski
Original Music Composer
Krzysztof Komeda
Krzysztof Komeda
Director of Photography
Douglas Slocombe
Douglas Slocombe
Editor
Alastair McIntyre
Alastair McIntyre
Production Design
Wilfred Shingleton
Wilfred Shingleton
Costume Design
Sophie Devine
Sophie Devine

Kalla Malla

Nachdem er wegen seiner umstrittenen Theorien zum Thema »Vampirismus« seinen Lehrstuhl an der Universität Königsberg verloren hat, reist der Vampirexperte Professor Ambronsius (Jack MacGowran) gemeinsam mit seinem Assistenten Alfred (Roman Polanski) nach Transsylvanien, um Beweise für die Existenz blutsaugender Untoter zu sammeln und seinen Ruf wieder herzustellen. Schon bald finden die beiden Abenteurer in einem Gasthaus Hinweise auf Vampire in der Umgebung: Knoblauchgirlanden an den Wänden! Der Wirt Shagal (Alfie Bass) versucht, die alarmierten Gäste davon zu überzeugen, dass es keine Vampire gäbe, doch schon bald entdecken diese die Existenz des Vampirfürsten Krolock (Fery Mayne). Der hat es sich zum Ziel gesetzt, die schöne Wirtstochter Sarah (Sharon Tate) zu seiner Gefährtin für die Ewigkeit zu machen.... »Tanz der Vampire« schafft das, was absolut selten ist - er funktioniert als Parodie und Komödie gleichermaßen wie als romantischer Thriller und Horrorfilm. Als Kind habe ich mich beim Ansehen zu Tode gegruselt und konnte den Humor kaum wahrnehmen, heute kann ich gottseidank auch herzhaft lachen, dennoch jagen mir einige Szenen immer noch eine leichte Gänsehaut ein - immer schön, wenn man sich eine gewisse Naivität bewahrt. »Tanz der Vampire« funktioniert auf so vielen Ebenen und ist so viel mehr als man heute von Horrorfilmen oder Parodien erwarten kann, er schafft eine wunderbare Atmosphäre, hat einen einzigartigen Humor (vielleicht am ehesten vergleichbar mit Woody Allen, aber wozu überhaupt vergleichen?), eine Mischung aus Slapstick, Dialogwitz, Farce und Dutzende von Einfällen, die für mehrere Filme gereicht hätten. Und er lebt von kleinen Gesten und Details - ich liebe die Szene, in der Professor Abronsious vergeblich versucht, die Butter auf sein Brot zu streichen, oder wenn er seine Reisetasche ganz nebenbei mitten auf dem Schachbrett des Grafen abstellt. Kinograuen, schwere Musik, düstere Szenarien und alle anderen schauererregenden Versatzstücke des Horrorfilms erwartet man vergebens. Polanski ist offensichtlich gegen Vampirfilme herkömmlicher Art. Er beherrscht zwar die Klaviatur des Horrorgenres (und verlangt Grundkenntnisse des Vampirismus auch von seinen Zuschauern), spielt sie jedoch auf seine Weise. Er verjuxt und variiert Einzelheiten und verdreht das Genre in seiner Gesamtheit. Wer Spaß an Vampirfilmen hat und ihre Pervertierung zuläßt, dazu Sinn für Absurdidäten hat, für den ist »Tanz der Vampire« geradezu ein Leckerbissen. Aus Platzmangel seien hier nur wenige Gags aufgeführt, wie z. B. die Figur des homosexuellen Vampirs: erst durch ihn besteht eine unmittelbare Gefahr für die Vampirjäger, da Vampire in der Regel heterosexuell sind, oft nur in äußerster Gefahr auf Geschlechtsgenossen losgehen, die weiblichen Mitglieder der Zunft in diesem Film erst gegen Ende des Films aus ihren Gräbern steigen. Polanskis Vampire behalten neben ihren ehemaligen Charaktereigenschaften und Verhaltensweisen sogar ihre Religionszugehörigkeit bei. So wirkt bei dem jüdischen Vampir Shagal das ihm entgegengehaltene Kruzifix nicht, ein Einfall, der in der deutschen Fassung aus (falscher?) Rücksichtsnahme sinnentstellt ist. Um beim Tanz im Ballsaal den Spiegeleffekt zu erzielen, ließ Polanski den Saal spiegelbildlich zueinander zweimal bauen. Der Spiegel selbst war nur eine umrahmte Öffnung. Im ersten Ballsaal tanzte die Vampirgesellschaft nebst ihren ungebetenen »Gästen«, im zweiten drehten sich die Doubles der Nicht-Vampire. Nicht zuletzt ist »Tanz der Vampire« eine großartige Gelegenheit, die Schönheit, Eleganz und Ausstrahlung der tragisch verstorbenen Ehefrau Polanskis, Sharon Tate, zu erleben. Es bricht mir immer noch das Herz zu sehen, wie die Zwei im Film zusammen spielen, bei dessen Dreharbeiten sie sich ineinander verliebt haben... Schon allein aus diesem Grund nimmt »Tanz der Vampire« eine Sonderstellung in der Filmgeschichte ein. Ein zeitloser Klassiker, auch dank der wundervollen, originellen Musik Krzysztof Komedas, die Lichtjahre von der modernen Soundtrack-Berieselung entfernt ist.

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