Gruft der Vampire


Gruft der Vampire

Übersicht:

Als der Vampirjäger Baron von Hartog den berüchtigten Vampirclan der Karnsteins tötet, kann die junge Mircalla als einzige entkommen. Fortan verbreitet sie Terror und Angst in der Provinz Styra. Eines ihrer Opfer ist Laura, die hübsche Tochter des Generals von Spielsdorf (Peter Cushing). Von dem Tode seiner Tochter zutiefst getroffen, schwört der General Rache: Gemeinsam mit Baron Hartog und Lauras Verlobtem will er die letzte Überlebende der Karnsteins zur Strecke bringen.

Stimmen 40 (6,5/10)

Laufzeit: 87 Minuten

Release-Datum 23.05.1973

True

Tagline: Schöne Verführerin ...... oder blutrünstiges Monster?

Produktionsfirma:

  • Hammer Film Productions

Produktionsland:

  • United Kingdom

Genres:

  • Horror

Weitere Informationen

Marcilla
Ingrid Pitt
Ingrid Pitt
General von Spielsdorf
Peter Cushing
Peter Cushing
Roger Morton
George Cole
George Cole
The Governess (Mme. Perrodot)
Kate O'Mara
Kate O'Mara
Doctor
Ferdy Mayne
Ferdy Mayne
Baron Joachim von Hartog
Douglas Wilmer
Douglas Wilmer
Emma Morton
Madeline Smith
Madeline Smith
The Countess
Dawn Addams
Dawn Addams
Laura
Pippa Steel
Pippa Steel
Carl Ebhardt
Jon Finch
Jon Finch
First Vampire
Kirsten Lindholm
Kirsten Lindholm
Man in Black
John Forbes-Robertson
John Forbes-Robertson
Director
Roy Ward Baker
Roy Ward Baker
Adaptation
Harry Fine
Harry Fine
Adaptation
Tudor Gates
Tudor Gates
Adaptation
Michael Style
Michael Style
Director of Photography
Moray Grant
Moray Grant
Editor
James Needs
James Needs
Novel
Joseph Sheridan Le Fanu
Joseph Sheridan Le Fanu
Producer
Harry Fine
Harry Fine
Producer
Michael Style
Michael Style
Original Music Composer
Harry Robertson
Harry Robertson
Art Direction
Scott MacGregor
Scott MacGregor
Screenplay
Tudor Gates
Tudor Gates

Kalla Malla

General von Spielsdorf gibt für seine Nichte Laura eine Geburtstagsfeier. Als eine der Eingeladenen überstürzt abreisen muss, nimmt er bereitwillig deren Tochter Marcilla auf, die sich schon bald mit Laura anfreundet. Doch in der Folge hat Laura unerklärliche Alpträume und wird immer schwächer, bis sie schließlich an Blutarmut stirbt. Marcilla ist verschwunden, taucht aber wenig später unter dem Namen Carmilla bei Roger Morton und dessen Tochter Emma auf, wo sich das schreckliche Spiel zu wiederholen droht. Roger Morton, General von Spielsdorf und der Baron Joachim von Hartog, welcher das Böse bereits schon einmal bekämpft hatte, nehmen den Kampf auf, dem vampirischen Schrecken ein Ende zu setzen und Emma zu retten. Anfang der 70er Jahre konnten die Hammer Studios kaum noch ignorieren, dass gepflegter Brit-Grusel der altmodischen Art allein nicht mehr ausreichte, die Kinosäle zu füllen. So wurde mit dem Sequel »Dracula – Nächte des Entsetzens« beim klassischen Fürsten der Finsternis die Gewaltschraube angezogen, und basierend auf der Erzählung »Carmilla, der weibliche Vampir« von Joseph Sheridan Le Fanu wagte man sich parallel an eine neue Interpretation des Vampirthemas, die den sexuellen Subtext stärker in den Vordergrund stellte und dabei auch lesbische Beziehungen mehr als nur andeutete. Als Kofinanzier konnte man AIP gewinnen, welche mit ihrem Poe-Zyklus von Roger Corman durchaus Gothic-Horror-Expertise vorzuweisen hatte. Deren Vorschlag, als weibliche Hauptrolle das Bond-Girl Shirley Eaton (»Goldfinger«) zu verpflichten, schmetterte Hammer-Chef James Carreras jedoch ungnädig mit dem Hinweis auf Eatons fortgeschrittenes Alter (34!) ab – um dann selbst eine fast gleichaltrige Darstellerin ins Spiel zu bringen, die damals noch unbekannte Ingrid Pitt. Was eine gute Entscheidung war, trug diese doch mit ihrer geheimnisvoll-erotischen Ausstrahlung und ihrem differenzierten Spiel ganz erheblich zum Gelingen des Films bei. Die Figur der Mircalla ist durchaus tragisch und vielschichtig angelegt; obgleich sie mit eiskalter Berechnung diejenigen verführt und vernicht, welche ihr im Wege stehen (was nicht wenige sind), ist sie ihren weiblichen Hauptopfern in glaubhafter Weise leidenschaftlich zugetan. Sexuelle Begierde und vampirischer Drang verschmelzen ineinander, was das ein oder andere Mal in Momenten der Zerrissenheit und Verzweiflung kulminiert, da die Liebe hier den Tod als Tribut fordert. Die nächtlichen Vampirattacken werden nur schemenhaft angedeutet, wobei als gestaltwandlerische Komponente die Katze dient – nicht erst seit Jacques Tourneurs »Katzenmenschen« ein Symbol animalischer weiblicher Sexualität. Obgleich die Story neue Wege geht, setzte man im Setting auf den altbewährten Cocktail aus vornehmen Herrenhäusern, verlassenen Schlössern, nebligen Wäldern, dahinpreschenden Kutschen, verwunschenen Sümpfen und verräucherten Dorfschenken,was von Grusel-Routinier Roy Ward Baker in stupender Weise umgesetzt wurde: Nie waren die Hammer Studios mehr „gothic“ als hier. Fast noch bemerkenswerter ist es, dass die Nacktszenen und (angedeuteten) lesbischen Liebesszenen sehr stimmig in die Handlung eingebracht wurden, so dass sie an keiner Stelle aufgesetzt oder dem Selbstzweck dienend wirken. Eine Augenweide sind Ingrid Pitt und Madeline Smith allemal. Peter Cushing kommt kaum mehr als eine Nebenrolle zu, auch wenn er – einmal wieder – in bester Van-Helsing-Tradition den Showdown bestreiten darf. Im Zentrum des Geschehens stehen voll und ganz Mircalla und das ambivalente Verhältnis zu ihren Opfern. Die bestens ausformulierte Geschichte um Liebe und Leidenschaft, Tod und Verderben wurde verdientermaßen zu einem der letzten großen Erfolge der Hammer Studios.

Michael

Eigentlich ist „Gruft der Vampire“ purer Trash, doch der Film ist sehr unterhaltsamer Trash! Obwohl die Schauspieler nicht gerade super spielen, die Story an den Haaren herbeigezogen wirkt und die Effekte nicht gerade beeindruckend wirken, hat der Film Charme. So ein Kunststück gelingt vermutlich nur den Hammer Studios. Wenn man „Gruft der Vampire“ nämlich eines zu Gute halten muss, dann, dass der Film seine Schwächen so geschickt miteinander verwebt, dass wiederum etwas Gutes dabei heraus kommt. Toll ist natürlich, dass Genregröße Peter Cushing (Die Mumie, Horror Express) bei „Gruft der Vampire“ mitspielt und in der Tat gehört Cushing zu den besseren Schauspielern in „Gruft der Vampire“. Man könnte sogar sagen, dass Cushing DER Schauspieler in „Gruft der Vampire“ ist. Er packt sein ganzen können in seine Rolle als General Spielsdort und das ist in diesem Falle deutlich mehr als genug. Wie man vielleicht herauslesen kann, hat mir „Gruft der Vampire“ durchaus gefallen. Mit unterhaltsam gemachten Vampirfilmen kann ich mich sowieso anfreunden und so hat auch diese Hammer Produktion ihren Platz in meinem Herzen errungen. An einen meiner Lieblingsfilme, „Tanz der Vampire“, reicht „Gruft der Vampire“ nicht heran, doch weiß das Gesamtpaket des Films gut zu unterhalten. [Sneakfilm.de]

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