Der Fremde im Zug


Der Fremde im Zug

Übersicht:

Während einer Bahnfahrt wird dem Tennisspieler Guy Haines von dem exzentrischen Bruno Anthony ein makaberer Vorschlag gemacht: Mord auf Gegenseitigkeit. Bruno will Guys Frau umbringen, dafür soll Guy Brunos strengen Vater beseitigen. Guy hält diesen teuflischen Vorschlag für einen schlechten Scherz. Doch der unheimliche Fremde führt seinen Mordplan aus. Kurze Zeit später wird Guys Ehefrau ermordet aufgefunden. Nun wird Guy einerseits von der Polizei als Mörder verdächtigt, andererseits setzt ihn Bruno unter Druck. Denn nun liegt es an Guy, seinen Teil der Abmachung zu erfüllen ...

Stimmen 377 (7,6/10)

Laufzeit: 101 Minuten

Release-Datum 18.06.1951

True

Budget: $1,200,000.00

Umsatz: $7,000,000.00

Tagline: Ein Tennis-Star spielt ein Spiel mit Mord!

Produktionsfirma:

  • Warner Bros.

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Krimi
  • Drama
  • Thriller

Weitere Informationen

Guy Haines
Farley Granger
Farley Granger
Bruno Anthony
Robert Walker
Robert Walker
Anne Morton
Ruth Roman
Ruth Roman
Barbara Morton
Patricia Hitchcock
Patricia Hitchcock
Miriam Joyce Haines
Kasey Rogers
Kasey Rogers
Mrs. Anthony
Marion Lorne
Marion Lorne
Leslie Hennessy
Robert Gist
Robert Gist
Mrs. Cunningham
Norma Varden
Norma Varden
Sen. Morton
Leo G. Carroll
Leo G. Carroll
Mr. Anthony
Jonathan Hale
Jonathan Hale
Police Capt. Turley
Howard St. John
Howard St. John
Prof. Collins
John Brown
John Brown
Elderly man crawling under carousel
Harry Hines
Harry Hines
Hammond
John Doucette
John Doucette
Tennis Umpire
Brooks Benedict
Brooks Benedict
Director
Alfred Hitchcock
Alfred Hitchcock
Novel
Patricia Highsmith
Patricia Highsmith
Screenplay
Raymond Chandler
Raymond Chandler
Screenplay
Czenzi Ormonde
Czenzi Ormonde
Screenplay
Ben Hecht
Ben Hecht
Producer
Alfred Hitchcock
Alfred Hitchcock
Producer
Barbara Keon
Barbara Keon
Original Music Composer
Dimitri Tiomkin
Dimitri Tiomkin
Director of Photography
Robert Burks
Robert Burks
Editor
William H. Ziegler
William H. Ziegler
Art Direction
Ted Haworth
Ted Haworth
Set Decoration
George James Hopkins
George James Hopkins
Makeup Artist
Gordon Bau
Gordon Bau
Sound Designer
Dolph Thomas
Dolph Thomas
Adaptation
Whitfield Cook
Whitfield Cook

Kalla Malla

Während einer Zugreise wird Tennisprofi Guy Haines von einem Fremden angesprochen. Nichts ungewöhnliches, ist Guy doch ein gefeierter Star, dessen Gesicht durch sämtliche Gazetten geht. Doch Bruno Antony, wie sich der Mann vorstellt, scheint mehr über Guys Privatleben zu wissen, als dem lieb ist. Denn Guys Verbindung mit Anne, der Tochter von Senator Morton, steht ein gewichtiger Grund im Weg: seine Nochehefrau Miriam, die keineswegs vorhat, in die Scheidung mit dem gefeierten Tennisprofi einzuwilligen. Der seltsame Bruno, der beteuert, wie sehr er seinen Vater hasse, schlägt Guy einen unglaublichen Handel vor. Guy und er sollen über Kreuz morden: Während Bruno Miriam umbringen will, um den Weg für die Ehe mit Anne zu ebnen, soll Guy im Gegenzug Brunos verhassten Vater töten. Da die Opfer ihren jeweiligen Mördern völlig fremd wären, gäbe es für die Polizei später keine nachvollziehbaren Motive. Empört lehnt Guy Brunos Vorschlag, den er nicht ganz ernst nimmt, ab und hat beim Verlassen des Zuges diesen seltsamen Zeitgenossen schon wieder vergessen. Doch Bruno setzt seinen Plan umgehend in die Tat um und tötet Guys scheidungsunwillige Ehefrau. Als er kurz darauf die seiner Meinung nach vereinbarte Gegenleistung einfordert, fällt Guy aus allen Wolken. Er steckt nun in der Zwickmühle, hat er doch für die Tatzeit kein Alibi, allerdings ein triftiges Tatmotiv… Nachdem Alfred Hitchcock mit dem düsteren Melodram »Sklavin des Herzens« und dem britischen Whodunit »Die rote Lola« nicht den erwarteten Erfolg verbuchen konnte, wandte er sich 1951 einer Romanvorlage von Patricia Highsmith zu und schuf mit »Der Fremde im Zug« (auch als »Verschwörung im Nordexpress« bekannt) einen seiner größten Publikumserfolge. Das facetten- und kontrastreiche Schwarzweiß, die Meisterschaft im Umgang mit Licht- und Schattenzonen, die bizarren Kameraperspektiven, all die künstlerischen Freiheiten, deren sich Alfred Hitchcock und sein Kameramann Robert Burks hier bedienen, zeichnen dieses Meisterwerk ganz besonders aus. Robert Walker spielt hier die Rolle seines Lebens, er ist als hochgradig gestörter Soziopath mit Vaterkomplex charmant und gleichzeitig beängstigend. Hitchcock selbst war mit der Besetzung von Farley Granger nicht zufrieden, ich persönlich finde ihn - wie schon in Hitchcocks »Cocktail für eine Leiche« - als schnöseligen, oberflächlichen Weichling perfekt. Natürlich ist er kein starker, strahlender Held, aber so ist er auch nicht angelegt - er kann sich nicht einmal gegen seine zickige Ehefrau durchsetzen, die ihn mit einer Schwangerschaft erpresst. Die schöne Ruth Roman kann leider ihrer relativ langweiligen Rolle nicht viel abgewinnen. Sehr sehenswert dagegen der wie immer souveräne Leo G. Carroll und Hitchcocks Tochter Patricia als vorlaute Schwester von Ruth Roman, deren Ähnlichkeit mit dem erstem Mordopfer den irren Walker fast zu einer weiteren Bluttat motiviert. Die Ermordung von Grangers Ehefrau auf einem Rummelplatz ist ein künstlerisches Highlight des Films, ebenso das Tennis-Match, welches das Finale einläutet und von Granger in kürzester Zeit gewonnen werden muss, sowie ein verlorenes Feuerzeug und der finale Kampf auf einem höllisch rotierenden Karussell. Und wer würde je vergessen, wie Robert Walker kalt lächelnd den Luftballon eines kleinen Jungen mit seiner Zigarette zum Platzen bringt? Mehr und mehr wird man hineingezogen in das ausweglos erscheinende Dilemma des Protagonisten und fragt sich, was dem noch anderes bleibt, als seinen Teil der Rechnung zu begleichen. Hitchcock treibt die Geschichte derart auf die Spitze, dass man manchmal glaubt, die Spannung nicht mehr länger ertragen zu können. Auch wenn die deutsche Synchronisation leider völlig veraltet ist, erweist sich »Der Fremde in Zug“ als ein weiteres Meisterstück des »Master of Suspense«. Ein (unnötiges) weiteres Beispiel für Hitchcocks Intelligenz und Kunst bietet die Szene, in der Farley Granger vor seinem Haus von Robert Walker abgepasst wird, der gerade Grangers Frau ermordet hat. Beide Männer stehen sich gegenüber, durch ein Torgitter voneinander getrennt. Als ein Polizeiwagen vorfährt, hat Granger die Wahl, die Polizisten entweder zu alarmieren oder sich nicht zu erkennen zu geben. Er wechselt schnell die Seiten und stellt sich zu Walker hinter das Gitter, war vorher im Licht, steht nun im Schatten. Jetzt ist er ein Komplize und ebenso schuldig wie sein Gegenspieler, alles wird über das Bild erzählt. Und genau deswegen kann man Hitchcocks Filme auch immer wieder sehen. Noch ein paar Anmerkungen zur Entstehung des Films: Hitchcock kaufte die Rechte an einem Patricia-Highsmith-Roman und versuchte, ihn mit Raymond Chandler zu adaptieren. Die Zusammenarbeit funktionierte jedoch überhaupt nicht; Chandlers Versionen wurden – in Hitchcocks Augen – immer schlechter, so dass Hitchcock schließlich kein Wort mehr mit ihm sprach. Stattdessen engagierte er Czenzi Ormonde, eine Schülerin Ben Hechts, die das Buch basierend auf Hitchcocks ursprünglicher Storyline zusammen mit Barbara Keon, einer Produktionsassistentin von Hitchcock und dessen Frau Alma Hitchcock, fast komplett neu schrieb. »Schuster, bleib bei deinem Leisten!« war alles, was Hitchcock nach jahrzehntelangem Schweigen über die Zusammenarbeit mit Chandler zu sagen hatte. - Bei »Der Fremde im Zug« arbeitete Hitchcock erstmals mit dem Kameramann Robert Burks zusammen. Burks war in den folgenden Jahren maßgeblich an dem Erfolg vieler Hitchcock-Filme beteiligt. Zusammen mit dem später dazugekommenen Cutter George Tomasini und dem Komponisten Bernard Herrmann bildete er über ein Jahrzehnt das Kernteam Hitchcocks. Fazit: »Der Fremde im Zug« ist nicht DER Hitchcock Film, dazu sind die inhaltlichen Ungereimtheiten zu eklatant. Aufgrund der sehr guten Inszenierung und der reizvollen Ausgangssituation dennoch sehenswert, für Fans des Altmeisters natürlich Pflichtprogramm.

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