Die letzten Sieben


Die letzten Sieben

Übersicht:

Nachdem ein Großteil der Erde durch einen Atomkrieg unbewohnbar ist, hat sich der Farmer Maddison mit seiner Tochter Louise in seinem Haus verschanzt. Wie durch ein Wunder ist das Tal, in dem die Maddisons leben, von der Radioaktivität verschont geblieben und nach und nach erreichen weitere Überlebende - darunter der Gangster Tony mit seiner Braut Ruby und der Geologe Rick - den Zufluchtsort. Doch schon bald kommt es zu Spannungen in der Gruppe, die das Zusammensein gefährden. Und als sei dies nicht genug, nähert sich über die Hügel eine schreckliche Mutantenkreatur, die eine schier unüberwindliche Bedrohung darstellt...

Stimmen 12 (5,2/10)

Laufzeit: 79 Minuten

Release-Datum 1955-12-01

Produktionsfirma:

  • Golden State Productions
  • Selma Enterprises

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Horror
  • Science Fiction

Weitere Informationen

Rick
Richard Denning
Richard Denning
Louise Madison
Lori Nelson
Lori Nelson
Jim Madison
Paul Birch
Paul Birch
Tony Lamont
Mike Connors
Mike Connors
Ruby
Adele Jergens
Adele Jergens
Pete
Raymond Hatton
Raymond Hatton
Radek
Paul Dubov
Paul Dubov
Contaminated Man
Jonathan Haze
Jonathan Haze
Mutant
Paul Blaisdell
Paul Blaisdell
Director
Roger Corman
Roger Corman
Producer
Roger Corman
Roger Corman
Set Decoration
Harry Reif
Harry Reif
Screenplay
Lou Rusoff
Lou Rusoff
Story
Lou Rusoff
Lou Rusoff
Original Music Composer
Ronald Stein
Ronald Stein
Special Effects
Paul Blaisdell
Paul Blaisdell
Creature Design
Paul Blaisdell
Paul Blaisdell
Editor
Ronald Sinclair
Ronald Sinclair
Executive Producer
Alex Gordon
Alex Gordon
Director of Photography
Jockey Arthur Feindel
Jockey Arthur Feindel
Makeup Artist
Steven Clensos
Steven Clensos

Kalla Malla

Der Beginn des Films ist gleichzeitig das Ende. Das Ende der Menschheit, um genauer zu sein. Ein nuklearer Krieg löscht sämtliches Leben auf der Erde aus, lediglich Jim Maddison (Paul Birch) und seine Tochter Louise (Lori Nelson) überleben das entsetzliche Inferno. Die Beiden leben in einem kleinen Tal zwischen riesigen Gebirgen, die die radioaktive Strahlung weitgehend zurückhalten konnten. Jim ahnte schon lange, dass dieser Tag irgendwann kommen würde und hat deshalb vorsorglich Notrationen für sich, seine Tochter und seine Frau angelegt, die jedoch kürzlich verstarb. Völlig unerwartet tauchen kurz darauf vier weitere Menschen auf, die sich während der atomaren Verseuchung alle in den umliegenden Gebirgen aufgehalten haben und so überleben konnten: Rick (Richard Denning), ein Geologe, Tony Lamont (Mike Connors), ein schießwütiger Schönling, der sich in der Gruppe schnell unbeliebt macht, dessen Freundin Ruby (Adele Jergens), sowie der von der Strahlung entsetzlich zugerichtete Radek (Paul Rudov). Die Situation verkompliziert sich schon bald, denn von Tony geht eine permanente Gefahr aus, während sich Jim und Rick zusammenschließen, um die kleine Gruppe anzuführen. Schon nach kurzer Zeit wird klar, dass sowohl Rick, als auch Tony ein Auge auf die hübsche Louise geworfen haben, so dass es sehr schnell zu Konkurenzkämpfen kommt. Sehr verwunderlich bei alledem ist weiterhin, dass Radek nach und nach wieder zu Kräften kommt, obwohl ihn seine Verletzungen eigentlich hätten umbringen müssen. Als er Nacht für Nacht in den nahegelegenen Wald geht, um dort zu jagen, wird klar, dass die Strahlung eine Veränderung in ihm hervorgerufen hat. Als ob das alles noch nicht gefährlich genug wäre, schleicht irgendwo auch noch ein entsetzlich mutiertes Monster durch die Gegend.. "The Day the World ended" zählt meines Wissens nach zu den ersten Endzeit-Science-Fiction Filmen und hat das Genre somit auch auf gewisse Weise geprägt. Während die meisten Filmemacher jedoch heutzutage auf kostspielige Effekte setzen, um das Thema glaubhaft zu machen, entschied sich Roger Corman vor genau 50 Jahren anders und stellte eine ausgeprägte Charakterzeichnung, sowie die Konflikte seiner Hauptakteure in den Mittelpunkt, um eine klaustrophobische und angsterfüllte Stimmung zu erzeugen. Das Budget des Streifens, der in Deutschland unter dem dämlichen Titel "Die Letzten Sieben" erschienen ist, hielt sich dabei stark in Grenzen, das B-Movie wurde in nur neun Tagen komplett abgedreht. Dies spricht jedoch keinesfalls gegen "The Day the World ended", da mit Roger Corman ein Meister seines Fachs am Werk war. Corman gehört wohl zu den einflussreichsten und bekanntesten B-Regisseuren aller Zeiten, führte bei 55 Werken Regie und war bei über 370 Streifen als Produzent tätig. Der Film beginnt mit einem in dieser Form und für die damalige Zeit genialem Anfang, in dem wir davon unterrichtet werden, dass die Welt, wie wir sie kennen, von einer nuklearen Gewalt zerstört wurde. Dies wird uns sehr bedrohlich veranschaulicht. Zerstörte Gebäude zeugen von dem Unglück, das nur wenige Menschen überlebt haben. Genau die lernen wir dann auch kennen. Sie alle befanden sich zu ihrem Glück in ein und derselben Region, und zwar in einer großen Gebirgskette, die die Strahlung wie ein Bleimantel weitgehend zurückhalten konnte. Allerdings zeigt die Radioaktivität auch hier ihre schreckliche Wirkung. Tiere verenden oder mutieren gar, genau wie der Sonderling Radek. Dies ist jedoch nicht der Kernpunkt des Films, dieser besteht vielmehr aus dem Überlebenswillen der einzelnen Menschen, die sich im Haus von Jim Maddison zusammenfinden. Dieser will sie zuerst sogar gar nicht aufnehmen, da er voraussieht, dass eine Drei-Mann-Ration nicht sehr lange für sechs Menschen ausreichen wird. Hierdurch sieht man schon ganz klar, dass Corman viel Wert auf ein nachvollziehbares Verhalten der Charaktere legte. In dieser Extremsituationen zeigt jeder sein wahres Gesicht, besonders auffallend ist dies bei Waffennarr Tony Lamont. Er würde jederzeit töten, um sein eigenes Überleben zu sichern und versucht bei allen Entscheidungen sturr seinen Willen durchzusetzen, auch wenn das bedeutet, dass er damit dem Wohl der Gruppe schadet. Corman bietet viele verschiedene Ansätze für Komplikationen und lässt seine Akteure oft aneinander geraten, so dass eigentlich nie Langeweile beim Sehen aufkommt. Eine Laufzeit von gut 80 Minuten mag durchaus etwas lang für einen derart alten Film erscheinen, stört hier aber nicht wirklich. Und das ist das Erfreuliche: Aus Minimalismus holten Corman und sein Team so viel raus wie möglich und erwähnten alles, was es zu diesem Thema zu sagen gibt. "The Day the world ended" ist deshalb ein hervorragender Endzeitfilm, weil er auch trotz seines Alters und ohne viel Aufwand bestes funktioniert. Einziger Überflüssiger Aspekt hierbei ist das Monster gegen Ende des Films, das an Lachhaftigkeit kaum noch zu überbieten ist. Das Kostüm sieht hier dermaßen billig aus, dass man seinen Blick am liebsten abwenden würde. Aber so war das eben damals, als in jedem zweiten Science-Fiction Film noch ein Monster herumstampfen musste, um mehr Zuschauer ins Kino zu locken, ganz egal ob dies logisch in die Handlung passte oder nicht. Die Schauspieler geben ihr bestes und so habe ich an ihren Leistungen auch überhaupt nichts auszusetzen. Einzig und allein der Part von Ruby, dargestellt von Adele Jergens, mag etwas überflüssig sein, dem kann man aber leicht verzeihen. Sehr erfreut war ich auch durch die Tatsache, dass die Hauptrollen hier nicht ausschließlich von blendend aussehenden Teenagern besetzt wurden, wie sonst bei AIP üblich, sondern auch von harten Kerlen wie Richard Denning und Mike Connors, die weitaus glaubwürdiger als die sonst üblichen Teens erscheinen. Fazit: Roger Corman führt uns hier ein Endzeitszenario vor, das ohne Effekte auskommt und ganz und gar von den Konflikten innerhalb der kleinen Gruppe Überlebender lebt. So baut sich einiges an Atmosphäre auf, der Film ist in sich stimmig und macht Spaß zu schauen, jeder Science-Fiction Film Fan kommt hier auf seine Kosten. Als etwas überflüssig habe ich zwar das Monster empfunden, doch das tut dem gelungenen Restwerk keinen Schaden an. Wer gute, alte Sci-Fi Kost aus den 50ern mag, kommt an "The Day the World ended" also nicht vorbei.

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