Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz


Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz

Übersicht:

Der gutbürgerliche Archibaldo wird von einem Kindheitstraum verfolgt, in dem eine Spieldose magische Kraft über Leben und Tod besaß. Der spätere Umgang mit dem zufällig wiederentdeckten Spielzeug verursacht lustvolle Versuche mit dessen angeblicher Kraft, die sich ohne direktes Zutun Archibaldos am Tod von vier Frauen erweist. Von der Spieldose befreit wird er erst durch seine Heirat, die ihn auch seinen psychopathischen Neigungen entkommen läßt.

Stimmen 24 (7,4/10)

Laufzeit: 89 Minuten

Release-Datum 1955-01-01

Produktionsfirma:

  • Alianza Cinematográfica Española

Produktionsland:

  • Mexico

Genres:

  • Komödie
  • Krimi
  • Drama

Weitere Informationen

Archibaldo de la Cruz
Ernesto Alonso
Ernesto Alonso
Lavinia
Miroslava
Miroslava
Patricia Terrazas
Rita Macedo
Rita Macedo
Mrs. Cervantes
Andrea Palma
Andrea Palma
Alejandro Rivas
Rodolfo Landa
Rodolfo Landa
Carlota Cervantes
Ariadna Welter
Ariadna Welter
Willy Corduran
José María Linares Rivas
José María Linares Rivas
The Governess
Leonor Llausás
Leonor Llausás
Señora de la Cruz, Archibaldo's mother
Eva Calvo
Eva Calvo
Señor de la Cruz, Archibaldo's father
Enrique Díaz 'Indiano'
Enrique Díaz 'Indiano'
The Commissioner
Carlos Riquelme
Carlos Riquelme
Priest
Carlos Martínez Baena
Carlos Martínez Baena
Colonel at wedding
Manuel Dondé
Manuel Dondé
Judge
Armando Velasco
Armando Velasco
Man at Gordo's (uncredited)
Armando Acosta
Armando Acosta
Gordo Azuara (uncredited)
Eduardo Alcaraz
Eduardo Alcaraz
American tourist (uncredited)
Janet Alcoriza
Janet Alcoriza
Archibaldo as a boy (uncredited)
Rafael Banquells hijo
Rafael Banquells hijo
Antiques dealer (uncredited)
Antonio Bravo
Antonio Bravo
Mannequin maker (uncredited)
Emilio Brillas
Emilio Brillas
Maid at Carlota's home (uncredited)
Lupe Carriles
Lupe Carriles
Draftsman (uncredited)
Jorge Casanova
Jorge Casanova
Tourist from Oklahoma (uncredited)
Jorge Chesterking
Jorge Chesterking
Police agent (uncredited)
Ángel Di Stefani
Ángel Di Stefani
Maid (uncredited)
Enedina Díaz de León
Enedina Díaz de León
Chucho (uncredited)
Enrique Garcia Alvarez
Enrique Garcia Alvarez
López - policeman (uncredited)
Jesús Gómez
Jesús Gómez
Waitress (uncredited)
Leonor Gómez
Leonor Gómez
Dress shop owner (uncredited)
Elodia Hernández
Elodia Hernández
Antique shop asst. (uncredited)
Francisco Ledesma
Francisco Ledesma
Gambler (uncredited)
Salvador Lozano
Salvador Lozano
Handwriting expert (uncredited)
Ángel Merino
Ángel Merino
Doctor (uncredited)
Roberto Meyer
Roberto Meyer
Esteban (uncredited)
José Peña
José Peña
Wedding guest (uncredited)
Ignacio Peón
Ignacio Peón
Director
Luis Buñuel
Luis Buñuel
Writer
Luis Buñuel
Luis Buñuel
Writer
Eduardo Ugarte
Eduardo Ugarte
Novel
Rodolfo Usigli
Rodolfo Usigli
Assistant Director
Luis Abadié
Luis Abadié
Producer
Alfonso Patiño Gómez
Alfonso Patiño Gómez
Original Music Composer
Jorge Pérez
Jorge Pérez
Director of Photography
Agustín Jiménez
Agustín Jiménez
Editor
Jorge Busto
Jorge Busto
Casting
Manuel de Anda
Manuel de Anda
Art Direction
Jesús Bracho
Jesús Bracho
Set Decoration
Manuel Ladrón de Guevara
Manuel Ladrón de Guevara
Hairstylist
María de Jesús Lepe
María de Jesús Lepe
Makeup Artist
Sara Mateos
Sara Mateos
Sound Recordist
Rodolfo Benítez
Rodolfo Benítez
Sound Editor
Teódulo Bustos
Teódulo Bustos
Sound
Ernesto Caballero
Ernesto Caballero
Sound Effects Editor
Gonzalo Gavira
Gonzalo Gavira
Lighting Technician
Gabriel Castro
Gabriel Castro
Camera Operator
Sergio Véjar
Sergio Véjar
Music
Enrique Rodríguez
Enrique Rodríguez
Script Supervisor
Pedro López
Pedro López

Kalla Malla

Als Kind musste Archibaldo (Ernesto Alonso) mitansehen, wie sein Kindermädchen erschossen wurde, während er gerade eine Spieldose bestaunte, die angeblich geheimnisvolle Kräfte besitzt. Fortan glaubt Archibaldo, er könne allein durch seinen Willen zum Mörder werden. Als er die Spieluhr im Erwachsenenalter wieder findet, packt ihn erneut der Drang, Frauen zu töten. Dummerweise aber kommt ihm das Schicksal immer wieder zuvor... Luis Buñuel inszenierte die heitere Groteske "Das verbrecherische Leben des Archibaldo de la Cruz" (Ensayo de un crimen) in Mexiko und schuf damit eines seiner einflussreichsten Werke. Sein Archibaldo ist ein Träumer, der erotisches Interesse stets mit Mordlust verbindet. Frauen, die ihn sexuell anziehen, will er umgehend beseitigen, doch bevor er zur Tat schreiten kann, stürzen die Damen selbst in Fahrstuhlschächte, werden von Rivalen ermordet oder zufällig durch Querschläger getötet. Der kontinuierliche "Coitus Interruptus" ist ein Leitmotiv der Filme Buñuels, man denke nur an die Gelüste nach Essen und Sex im späteren "Der diskrete Charme der Bourgeoisie" (1971), die nie ausgelebt werden können, weil immer etwas dazwischen kommt. Offenbar kennt Buñuel diese Unterdrückung des eigenen Verlangens nur zu gut, wobei ihm als Künstler Wege offen stehen, diese filmisch aufzuarbeiten. Der bekennende Fuß- und Schuhfetischist Buñuel lässt auch hier seinem Begehren freien Lauf, wenn das erste Opfer mit hochgerutschtem Rock tot auf dem Fußboden liegt und der kleine Archibaldo in Muttis Pumps herumstöckelt. Für eine ausschweifendere Betrachtung des Schuh-Fetischs empfehle ich Buñuels "Tagebuch einer Kammerzofe" (1964), in welchem Jeanne Moreau kaum etwas anderes tut als Stiefel an- und wieder auszuziehen. Dass die Lust auf Sex sofort Mordfantasien in Archibaldo freisetzt, das findet man später in Hitchcocks "Psycho" (1960) wieder, der zwar stets verleugnete, von anderen Regisseuren beeinflusst worden zu sein, die Ähnlichkeiten sind aber frappierend. Und auch anderswo findet man Elemente wieder, etwa im italienischen Giallo-Kino und den Werken Mario Bavas (ganz besonders in dessen Mannequin-Ode "Blutige Seide", 1966). Die Schaufensterpuppe, die Archibaldo im Ofen verbrennt, und deren Gesicht sich im Feuer langsam auflöst, ist ein Schreckensbild, das vielfach wieder aufgenommen wurde. Als Kind sah ich "Archibaldo de la Cruz" im Spätprogramm des Fernsehens und nahm ihn - wie Kinder das häufig tun - nicht als Komödie, sondern als Horrorfilm wahr. Wer Berührungsängste mit mexikanischen Filmen hat ("Archibaldo de la Cruz" liegt hierzulande in einer sehr guten OmU-Fassung auf DVD vor), dem sei gesagt, dass Buñuels schwarzer Humor dem britischen gar nicht unähnlich ist und gelegentlich an Klassiker wie "Adel verpflichtet" (1949) erinnert, auch wenn seine Themen durchaus grimmiger und sexueller sind. Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar zollt in seinem Thriller-Melodram "Live Flesh" (1997) dem großen Vorbild seinen Respekt. Buñuel ist nicht nur ein fantasievoller Geschichtenerzähler, er liebt es auch, wenn in seinen Filmen Charaktere Geschichten erzählen und Träume erleben. So erzählt Archibaldo seine Geschichte einem Polizisten, der ihm am Ende versichert, nur wegen Mordgelüsten könne man ihn nicht einsperren. Das anschließende Happy-End ist so übertrieben unglaubwürdig, dass man es nur als Sarkasmus interpretieren kann. "Archibaldo de la Cruz" gehört zu Buñuels unterhaltsamsten und bösesten Filmen. Sein Spiel mit Tabus und Frivolitäten, sowie die Entlarvung des vornehmen Edelmannes, hinter dessen gepflegter Fassade düstere Sex- und Gewaltfantasien lauern, entschädigen für leichte Durchhänger im Mittelteil. Fazit: Sehr sehenswert und ein 'must see' für Cineasten.

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