Psycho


Psycho

Übersicht:

Die Sekretärin Marion Crane unterschlägt 40.000 Dollar und macht auf ihrer Flucht in einem abgelegenen Motel Station, das der eigentümliche Norman Bates leitet, der mit seiner Mutter im Haus neben dem Motel lebt. Als Marion sich frisch machen will, wird sie während des Duschens erstochen. Nachdem ein Privatdetektiv, der ihre Spur gefunden hatte, ebenfalls verschwindet, begeben sich Marions Freund Sam und ihre Schwester Lila auf die Suche. In Bates Motel, machen sie eine grausige Entdeckung.

Stimmen 2264 (8,2/10)

Laufzeit: 109 Minuten

Release-Datum 06.10.1960

True

Budget: $806,948.00

Umsatz: $32,000,000.00

Produktionsfirma:

  • Paramount Pictures
  • Universal Pictures
  • Shamley Productions

Produktionsland:

  • United States of America

Genres:

  • Drama
  • Horror
  • Thriller

Anhänger

Weitere Informationen

Norman Bates
Anthony Perkins
Anthony Perkins
Lila Crane
Vera Miles
Vera Miles
Sam Loomis
John Gavin
John Gavin
Marion Crane
Janet Leigh
Janet Leigh
Det. Milton Arbogast
Martin Balsam
Martin Balsam
Sheriff Al Chambers
John McIntire
John McIntire
Dr. Fred Richman
Simon Oakland
Simon Oakland
Tom Cassidy
Frank Albertson
Frank Albertson
Caroline
Patricia Hitchcock
Patricia Hitchcock
George Lowery
Vaughn Taylor
Vaughn Taylor
Mrs. Chambers
Lurene Tuttle
Lurene Tuttle
Highway Patrol Officer
Mort Mills
Mort Mills
California Charlie
John Anderson
John Anderson
Man outside Office
Alfred Hitchcock
Alfred Hitchcock
Church Member (uncredited)
Walter Bacon
Walter Bacon
Deputy District Attorney Alan Deats (uncredited)
Francis De Sales
Francis De Sales
Extra (uncredited)
George Dockstader
George Dockstader
Extra (uncredited)
Harper Flaherty
Harper Flaherty
Extra (uncredited)
Lillian O'Malley
Lillian O'Malley
Extra (uncredited)
Fred Scheiwiller
Fred Scheiwiller
Police Chief James Mitchell (uncredited)
George Eldredge
George Eldredge
County Sheriff (uncredited)
Sam Flint
Sam Flint
Norma Bates (voice) (uncredited)
Virginia Gregg
Virginia Gregg
Norma Bates (voice) (uncredited)
Jeanette Nolan
Jeanette Nolan
Bob Summerfield (uncredited)
Frank Killmond
Frank Killmond
Policeman in Hallway Opening Door (uncredited)
Ted Knight
Ted Knight
Police Guard (uncredited)
Pat McCaffrie
Pat McCaffrie
Passerby on Sidewalk (uncredited)
Hans Moebus
Hans Moebus
Hardware Store Customer (uncredited)
Helen Wallace
Helen Wallace
Man (uncredited)
Robert Osborne
Robert Osborne
Director
Alfred Hitchcock
Alfred Hitchcock
Author
Robert Bloch
Robert Bloch
Screenplay
Joseph Stefano
Joseph Stefano
Producer
Alfred Hitchcock
Alfred Hitchcock
Original Music Composer
Bernard Herrmann
Bernard Herrmann
Director of Photography
John L. Russell
John L. Russell
Editor
George Tomasini
George Tomasini
Set Decoration
George Milo
George Milo
Art Direction
Robert Clatworthy
Robert Clatworthy
Art Direction
Joseph Hurley
Joseph Hurley
Costume Design
Rita Riggs
Rita Riggs
Sound Designer
William Russell
William Russell
Sound Designer
Waldon O. Watson
Waldon O. Watson
Special Effects
Clarence Champagne
Clarence Champagne
Casting
Jere Henshaw
Jere Henshaw
Hairstylist
Larry Germain
Larry Germain
Makeup Artist
Robert Dawn
Robert Dawn
Unit Manager
Lew Leary
Lew Leary
Assistant Director
Hilton A. Green
Hilton A. Green
Assistant Director
Lester Wm. Berke
Lester Wm. Berke
Costume Supervisor
Helen Colvig
Helen Colvig
Title Graphics
Saul Bass
Saul Bass

Kalla Malla

Nachdem Marion Crane (Janet Leigh) 40.000 Dollar aus der Firmenkasse unterschlagen hat, flüchtet sie in Richtung Kalifornien, um sich mit ihrem Verlobten Sam Loomis (John Gavin) zu treffen. Unterwegs macht sie Rast in einem einsamen Motel, dessen Leiter, der schüchterne Norman Bates (Anthony Perkins), ihr leise Avancen macht. Doch dessen Mutter hält offensichtlich nichts von Bates Annäherungsversuchen und will anscheinend ihren Sohn vor weiblichen Versuchungen fernhalten. Als Marion an ihrem Ziel nicht ankommt, erscheinen Sam, ihre Schwester Lila (Vera Miles) und Versicherungsdetektiv Milton Arbogast (Martin Balsam) vor Ort, um Erkundigungen anzustellen... Für nur 800000 Dollar gedreht, produziert im Stil seiner Fernsehserie (und mit deren Team), entwickelte sich »Psycho« zum erfolgreichsten und vielleicht berühmtesten Film von Alfred Hitchcock. Berühmt vor allem wegen seiner suggestiven Kraft, seiner perfekten Manipulation des Zuschauers, der durch die Struktur des Films zum Voyeurismus gezwungen wird und einen Mord unter der Dusche miterlebt, wie er brutaler in der Filmgeschichte noch nicht vorgekommen war. Bis heute ist diese Sequenz Gegenstand filmtheoretischer Auseinandersetzungen und Analysen. Ihre Konzeption stammte von dem Titelentwerfer Saul Bass, von Hitchcock wurde sie durch das in den Körper eindringende Messer und das in den Abfluß laufende Blut erweitert und in ihrer grausamen Wirkung verstärkt. Für die Zensoren (und für Hitchcock) wesentlich bedeutsamer aber war die Szene, in der Marion einige Papierschnipsel in die Toilette wirft und hinunterspült. Bis dahin war es im Hollywood-Kino streng verpönt, eine Toilette zu zeigen oder ihr Geräusch zu bringen. Doch »Psycho« ist auch unübertroffen in seiner filmischen Form, reinstes Oberflächenkino, ein Spiel mit den Zeichen der (Film-)Kultur, ein virtuoses Kunststück. »In »Psycho« kam es mir kaum auf das Sujet an, auch nicht auf die Personen. Worauf es mir ankam, war, durch eine Anordnung von Filmstücken, Fotografie, Ton, lauter technische Sachen, das Publikum zum Schreien zu bringen. Ich glaube, darin liegt eine große Befriedigung für uns, die Filmkunst zu gebrauchen, um eine Massenemotion zu schaffen. Und das haben wir mit »Psycho« geschafft. Er hat keine Botschaft, die das Publikum interessiert hätte. Auch keine besondere schauspielerische Leistung hat es bewegt. Und es gab auch keinen besonders angesehenen Roman, der das Publikum gepackt hätte. Es war der reine Film, der die Zuschauer erschüttert hat. (...) Und deshalb bin ich bei »Psycho« auch so stolz darauf, daß dieser Film uns Filmemachern gehört, Ihnen und mir, mehr als alle anderen Filme, die ich gedreht habe« (Truffaut/Hitchcock). »Psycho«, das ist auch eine Art Schule des Sehens. Überall Blicke, mißtrauische, leere, neugierige. Die Augen des Straßenpolizisten werden durch eine dunkle Brille unsichtbar, die des Privatdetektivs (= »Privat eye«) von der »Mutter« ausgestochen. Der Blick der toten Marion ist ebenso starr wie der des wahnsinnigen Norman. Das Starren in Hitchcocks »Psycho« (wie auch an den Enden so vieler seiner Fernsehspiele) ist nicht nur ohne moralisches Sehvermögen - es ist ein Vorspiel, dem der Tod folgt. Deswegen schaut Perkins der Leigh durch den Wandspion zu, während sie sich zum Duschen entkleidet. Und um sich Zugang zu dem verborgenen Spion in der Wand zu verschaffen, nimmt er ein Gemälde herab, das die berühmte biblische Geschichte der Susanna im Bad zeigt — die Geschichte einer Frau, die im Bad von Voyeuren überfallen wird, deren Leidenschaften dadurch erregt worden waren, daß sie ihr zunächst beim Auskleiden zum Bad heimlich zugeschaut hatten. »Die künstlerische Darstellung von Voyeurismus und sexueller Ausbeutung wird, in der Welt des Films, durch die direkte Aktion ersetzt, und der Mord mit dem Messer ist deshalb bewußt als stilisierte Vergewaltigung inszeniert« (Daniel Spoto). Hitchcock benutzte den äußeren Rahmen einer Kriminalhandlung - Diebstahl, Mord und Aufklärung - und gestaltete daraus den definitiven Alptraum des Kinos. Die nachfolgenden Generationen von Filmemachern haben sich von diesem Schock noch nicht erholt. Als makaberen Scherz hatte Alfred Hitchcock seinen Film geplant, und als Beweis, dass man auch ohne viel Aufwand einen hochklassigen Horrorschocker machen kann. Doch »Psycho« war und ist viel mehr als das. »Psycho« hat die Filmlandschaft für immer verändert, für einen Kulturschock gesorgt und wird heute noch öfter analysiert, besprochen und imitiert als jeder andere Film. Ein Werk wie PSYCHO kann man gar nicht überschätzen. Verzweifelt sucht der Zuschauer nach einer Identifikationsfigur im Film, die es aber aufgrund der sprunghaften Filmhandlung nicht gibt. Hitchcock erzählt die Geschichte einer Diebin (Janet Leigh), bricht dann unvermittelt ab, jagt dem Zuschauer einen Mordsschrecken ein, beseitigt die Diebin und bietet ihm nur einen seltsamen jungen Mann namens Norman Bates (Anthony Perkins) an, der sich dann auch noch als Psychopath entpuppt. Hitchcock spielt auf dem Publikum wie auf einer großen Orgel und hat seine Freude daran, wie es von einer Ohnmacht in die nächste fällt und nach den üblichen Sicherheitsvorkehrungen sucht, die ihm Hitchcock alle vorenthält. Obwohl »Psycho« ganz und gar Hitchcock zugeschrieben wird, soll nicht unerwähnt bleiben, dass er sich recht eng an die Romanvorlage von Robert Bloch hält, der Die Geschichte mit allen Wendungen vorgab. Hitchcock drehte in Schwarzweiß, weil er die Zuschauer mit dem Blut der brühmten Duschszene nicht überfordern wollte, trotz seiner Schlichtheit gehört »Psycho« aber visuell zu den erstaunlichsten, dichtesten Filmen aller Zeiten. Seine Verbindung von klassischen Gothic-Motiven (das alte Haus, Gewitter, ausgestopfte Vögel mit glotzenden Augen) und alltäglichem Realismus (Sex in der Mittagspause, Leigh im BH, Großaufnahmen einer Toilette) war zuvor nie dagewesen. »Psycho's« Themen sind Hitchcocks Lieblingsthemen - Voyeurismus, kriminelle Energie im Jedermann, Vögel, Augen, geteilte Leinwände, übertragene Schuld, unbearbeitete Traumata der Vergangenheit. Inzest und Nekrophilie werden suggeriert, mehr war nicht möglich. Die Kritiker mochten »Psycho« nicht besonders, das Publikum liebte ihn und sorgte dafür, dass der Film zu Hitchcocks größtem Hit wurde. Anthony Perkins feierte seinen Durchbruch und war fortan auf die Rolle des Neurotikers festgelegt, oft übersehen wird die sensationelle Leistung von Janet Leight als unglücklicher Diebin. Auch die ruppige Vera Miles wird gern unterschätzt. Komponist Bernard Herrmann lieferte zu dem Schwarzweißfilm eine brachiale Schwarzweiß-Musik (sein Orchester besteht nur aus Streichern), die heute noch imitiert wird und aus der Filmgeschichte nicht wegzudenken ist. Wenn man dem Film etwas vorwerfen möchte, dann höchstens die Tatsache, dass er vielleicht etwas gemächlich erzählt wird und man ihn an der ein oder anderen Stelle doch etwas hätte straffen können. Doch große Längen gibt es zum Glück nicht und hier ist, wie gesagt, Atmosphäre und Stimmung wichtiger als die Handlung. »Psycho« ist ein Film, in dem sich alle Elemente kongenial zu einem einmaligen Erlebnis zusammenfügen, und er ist doch mehr als die Summe seiner Teile. Der Film kann heute noch so erschüttern wie seinerzeit, heute kann man aber auch seinen schwarzen Humor wahrnehmen. Hitchcocks Augenzwinkern ist in jeder Minute spürbar. Wir sind alle nur seine Marionetten. So will er uns haben, so wollen wir gerne sein. Fazit: Brillantes, genial inszeniertes, atmosphärisch dichtes und im höchsten Maße spannendes Meisterwerk, eines großartigen Regisseurs. Danke Alfred!

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Stimmen 4422 (8/10)
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Stimmen 56 (7,6/10)
Release-Datum 23.12.1924

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