Zach und Samantha McCall sind frisch verheiratet und beginnen gemäß dem Protokoll mit den fälligen Flitterwochen, die Videokamera stets dokumentierend dabei. Alles erscheint in rosarotem Licht. Da fällt die eine Nacht während des Eheurlaubs, an die sich beide am nächsten Tag nicht mehr erinnern können, nicht weiter ins Gewicht. Stattdessen planen sie ihr Eigenheim, in dem auch ein Kinderzimmer nicht fehlen darf, denn Samantha ist schwanger – früher als erwartet. Was sie nicht wissen, aber Zach nach und nach zu ahnen beginnt: Samantha wurde in der besagten Nacht Opfer eines Rituals und die Frucht, die sie in sich trägt, ist faul, entsprang sie doch des Teufels Lenden. Und was als Video für das kommende Kind gedacht war, wird Zeugnis wachsenden Horrors…
Laufzeit: 89 Minuten
Release-Datum 08.05.2014
TrueBudget: $7,000,000.00
Umsatz: $36,433,975.00
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Tagline: Nicht alle Wunder stammen von Gott.
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Billige Found Footage Filme mit Bessessenen-Thematik sind besonders in letzter Zeit in etwa so bahnbrechend wie Müsli zum Frühstück. Nachdem "Paranormal Activity" vor wenigen Jahren den modernen "Wackelkameratrend" heraufbeschworen hat und zwischenzeitlich auch das letzte Studio erkannt hat, dass solche Filme, die sich problemlos mit einem Budget in der Größenordnung des Caterings am Set von "Transformers IV" drehen lassen, gute Erträge in die Kassen spülen und bei eventuellem Misserfolg auch kein wirklich großes Loch in die Taschen reißen, kann man sich vor entsprechender Filmware im Kino kaum noch retten. Found Footage Fans freut es, doch das ewig gleiche Strickmuster der Filme, sowie die Tatsache, dass Hochglanzhorrorproduktionen dabei scheinbar auf der Strecke bleiben (Evil Dead und die James Wan Filme mal gekonnt ausgeklammert), sind jedoch der Haken an der Sache und werden letzten Endes auch dafür sorgen, dass diese Art der Inszenierung nichtmehr allzulange funktionieren wird. "Devil's Due" ist somit erstmal ein Film unter ganz, ganz vielen und wahrscheinlich wird der normale Kinogänger auch Probleme haben, den Film von "The Devil Inside", "Paranormal Activity - Die Gezeichneten" oder "The Last Exorcism" zu unterscheiden. Zu ähnlich sind die Stories, zu ausgelutscht die ganzen Schocks und zu vorhersehbar das Ende. Viel wichtiger ist erneut die Frage nach dem "Wie", wenn sich das "Was" schon spätestens nach dem Trailer als altbekannt herausstellt. Um es im Gegensatz zu dem Film mal kurz zu machen: er lässt sich Zeit. Die Heirat, sowie die Flitterwochen des Paares werden zwar verkürzt aber immernoch ausführlich erzählt. Hier eine Aufnahme am Strand, da eine kleine Parade, dort eine Taxifahrt. Was "Devil's Due" im Gegensatz zu anderen Genrekollegen wirklich besser macht, ist seine Charakterbindung. Dem Zuschauer ist das Pärchen nämlich auf alle Fälle sympathisch und besonders die späteren Versuche des Typen (sorry, habe bei aller Sympathie glatt den Namen des Mannes vergessen), seine bessessene Frau doch noch irgendwie (vor sich selbst) zu beschützen, kommen wirklich glaubhaft daher. Bis es jedoch soweit ist, muss man sich aber erstmal durch den nicht ganz sauberen Anfang kämpfen. Die Frage aller Fragen, warum man wirklich jeden Mist mit der Kamera filmen muss, stellt sich zwar auch hier, aber kann vom Found-Footage erfahrenen Zuschauer erneut ignoriert werden. Viel eher fällt das Zeitraffer auf, in welchem die Hinführung abgehandelt wird, sowie die Tatsache, dass "Devil's Due" in der ersten halben Stunden wirklich einige platte Lacher zu bieten hat. Für jemanden wie mich, der sich stundenlang über hinfallende Menschen beömmeln kann, sind solche dumpfen Brüller pures Gift, da ich wieder einer der wenigen war, der im Kinosaal Contenance bewahren musste, nicht unkontrolliert loszulachen. Doch gleichzeitig frage ich mich halt schon, ob es wirklich sein muss, dass der Mann mich an Simon Rex aus den "Scary Movie" Teilen erinnert. Letztendlich bekommt der Film aber wieder die Kurve und wird auch genau zu dem Horrorfilm, den man sich erwartet hat: Ein einfach gestrickter, grundlegend wirkungsvoller Found Footage Streifen, ohne jegliche Überraschungen. So sei den Machern auch penetrant gesetzte Jump-Scares, sowie zufallende Türen, fleischfressende Bessessene, lautes Herumgekreische oder andere Horrorversatzstücke verziehen. Nicht zuletzt auch deswegen, weil alleine die Grundthematik schon genug Limitierungen aufweist. Einen wirklichen Filmverlauf sucht man allerdings vergebens, denn dazu wirken zuviele Szenen einfach zu willkürlich aneinandergereiht. Einmal eine gruselige Szene, in der die Frau im dunklen Zimmer ein Kind anbrüllt, einmal eine Szene, in der sie etwas in den Boden ritzt, einmal eine Szene, in der sie auf einem Parkplatz einen Ausraster hat und einmal eine Szene, in der sie im Wald ein Reh anknabbert. Die zeitlichen Verlauf kann kein Mensch einordnen und man muss es auch einfach nicht. Von vornherein ist klar, dass die Story nur Mittel zum Zweck ist, genau solche Szenen zu zeigen und sogesehen ist es dann eh irrelevant, was im Mittelteil geschieht. Hauptsache irgendein lautes Geräusch scheppert durch den Kinosaal und alle fangen an zu zucken. Mit was der Film allerdings punkten kann, ist mit seinen ganzen "Beobachtern" der Teufelssekte, sowie relativ vielen subjektiv-beobachtenden Kameraführungen. Der Zuschauer fühlt sich fast zu jeder Zeit als der ewige Voyeur und auch generell ist das Motiv des Beobachtetwerdens nicht wirkungslos. Zwar fehlt gerade zum Schluss hin der größere Zusammenhang sowie einige Erklärungen, aber immerhin ist es kein dreistes Ende wie bei "The Devil Inside". "Devil's Due" ist Horrorfastfood mit einer gefühlten Halbwertszeit von 2 Stunden. In keinster Weise kreativ, noch herausragend spannend oder technisch sonderlich interessant, sondern vielmehr eine solide Genreunterhaltung, die anfangs zwar ihre Längen hat, an ihrer Vorhersehbarkeit und dem Fehlen eines roten Fadens leidet. Trotzdem hat der Film sein Herz am rechten Fleck und weiß grundlegend zu unterhalten. Kommt man an die Stelle, wo er endlich Fahrt aufnimmt, behält er seine Atmosphäre und punktet durch einige stimmungsvolle Momente. Zwar wird der Film nicht derjenige sein, der einen geschockt in den Sessel fallen lassen wird, aber schließlich wundert es auch niemanden mehr, dass man nach einem BigMac trotzdem noch Hunger hat.