Der zum Tode verurteilte Häftling Matthew Poncelet warten schon seit sechs Jahren auf seine Urteilsvollstreckung. In einem Brief bittet er die eher unkonventionelle Nonne Schwester Helen Prejean um Hilfe, die noch nicht mit einem Schwerverbrecher zu tun hatte. Sie antwortet auf sein Schreiben und besucht ihn schließlich im Staatsgefängnis von New Orleans. Dort ist sie mit der von Bürokratie beherrschten Welt des Strafvollzugs konfrontiert und entschließt sich, dem Häftling trotz seiner ablehnenden Art und seines Zynismus zu helfen. Bei ihrem Versuch, den sicheren Tod Poncelets doch noch abzuwenden, muss sie erfahren, wie wenig ein Menschenleben für Politik, Behörden und Medien wert ist und sieht sich schließlich auch mit den Eltern der Opfern konfrontiert, die eine Vergeltung für den Mord an ihren Kindern einfordern. Schwester Prejean findet sich bald zwischen den Fronten wieder und wird von Selbstzweifeln geplagt. Ist es richtig, sich auf die Seite eines Mörders zu stellen?
Laufzeit: 122 Minuten
Release-Datum 11.04.1996
TrueBudget: $11,000,000.00
Umsatz: $39,363,635.00
Tagline: Sein letzter Gang
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Der zum Tode verurteilte Mörder Matthew Poncelet (**Sean Penn**) sitzt nun seit über 6 Jahren in der Todeszelle. Er schreibt einen Brief an die Nonne Helen Prejean (**Susan Sarandon**) und bittet sie ihm zuzuhören, da er ansonsten niemanden hat. Sie besucht ihn im Gefängnis und Matthew beteuert seine Unschuld und bittet Helen ihm zu helfen sein Strafmaß auf Lebenslänglich zu reduzieren. Die gläubige Katholikin willigt ein und versucht nun alle Hebel in Gang zu setzen um ihre Schützling die Giftspritze zu ersparen. Doch starrköpfige Politiker und die Tatsache das Matthew für ein Monster gehalten wird der eine Frau vergewaltigt hat, und ein zweifacher Mörder ist erschweren ihr die Sache deutlich. Ihr Antrag wird ständig abgelehnt, und der Tag der Hinrichtung kommt immer näher. Helen trifft sich sowohl mit der Familie der Opfer als auch mit der von Matthew und versucht langsam Matthew auf den Tod vorzubereiten, der immer näher heranrückt... Das Thema der Todesstrafe das Tim Robbins in Dead Man Walking anschlägt ist keinesfalls einfach und muss schon mit Samthandschuhen angefasst werden um nicht für hitzige Streitereien zu sorgen. Doch dass auch dieses Thema zu bewältigen ist zeigte schon Alan Parker mit seinem stimmigen Film Das Leben des David Gale. Tim Robbins zeigt sich als außerordentlich feinfühliger Filmemacher und serviert uns ein wunderbar objektives Charakterdrama mit toll agierenden Darstellern. Dabei will Robbins niemanden seine Meinung aufzwingen, sondern beschränkt sich ausschließlich auf den vorhandenen Sachverhalt. Ohne jeden Kitsch und Pathos wird uns in Dead Man Walking eine sehr dramatische und Gefühlvolle Geschichte erzählt, die neben der Themenabhandlung der Todesstrafe vor allem eine wunderbar gezeichnete Charakterentwicklung der beiden Hauptdarsteller zeigt. Je näher die Hinrichtung kommt umso mehr müssen sich die beiden Hauptfiguren mit dem Tod auseinandersetzen und nehmen den Zuseher im Laufe des Films immer mehr in die Abgründe des menschlichen Lebens mit. Diese beeindruckende Entwicklung wäre natürlich ohne geeignete Darsteller nicht möglich gewesen: Sean Penn spielt sich förmlich die Seele aus dem Leib und hätte den Oscar als Bester Hauptdarsteller zu 100% verdient. Nur ein Nicholas Cage hat ihn in diesem Jahr stoppen können. Doch in Insider kreisen munkelt man seit geraumer Zeit das sein Oscar aus dem Jahre 2003 für Mystic River nur eine Wiedergutmachung für die vorigen Rollen war für die er übergangen wurde. Mit oder ohne Oscar: Sean Penn gilt nicht umsonst als einer der Besten Darsteller unserer Zeit. Er ist der klare Höhepunkt in Dead Man Walking und verleiht seiner Figur deutlich Tiefe. Doch so herzergreifend er in manchen Szenen auch ist, Sean Penn lässt uns nie vergessen was diese Figur getan hat. Durch diese zerrissene Darstellung bekommt er zwar nicht die volle Sympathie des Zuseher, aber sehr wohl sein volles Mitgefühl. Sean Penns Mimikspiel ist fantastisch. Er erreicht zwar an keiner Stelle die Genialität des Mimikgott Johnny Depp, aber ausgezeichnet ist seien Mimik zweifellos. Der nächste Schauspielerische Hochgenuss wird von Susan Sarandon geboten, die ihre Rolle unglaublich stark verkörpert. Sie kann zwar nicht mit Sean Penn mithalten, aber diese Unterlegenheit findet nur in kleinem Rahmen statt, sodass man nie das Gefühl hat das Sean Penn sie an die Wand spielt. Die beiden ergänzen sich prächtig und da Dead Man Walking zum Großteil auf den wirklich fantastischen Dialogen der beiden basiert, müssen die beiden Hauptakteure beinahe alleine den Film tragen. Doch dieses Unterfangen gelingt glänzend und unterstreicht Tim Robbins Regieleistung noch. Dieser hat mit Dead Man Walking alles richtig gemacht. Sein ruhiger, objektiver Stil verleiht dem Film zusätzlich Seriosität. Er verzichtet gänzlich auf künstliche Dramaturgie, und verlässt sich nur auf die Aussagekraft der Story. Dieser Hollywood untypische Stil, ohne Pathos, aber dafür mit einer großartigen psychologischen Entwicklung eines zum Tode bestimmten Menschen, hebt Robbins Werk zusätzlich aus dem unüberschaubaren Pulk der Mainstreamfilme heraus. Fazit: Tim Robbins ist mit Dead Man Walking ein Meisterwerk gelungen, das durch seinen psychologischen Tiefgang, den ausgezeichneten Darstellern und der fesselnden Story auf ganzer Linie überzeugt. Ein Film für Herz und Verstand der zum denken anregt.